Crimmitschau. Eine 15-jährige Schülerin soll am gestrigen Donnerstagmittag auf dem Carolaplatz von zwei Bekannten mit Hakenkreuzen beschmiert worden sein. Dazu ermittelt derzeit die Polizei. Den Angaben der jungen Frau nach, war sie von einem 17-jährigen Jugendlichen plötzlich festgehalten worden, während dessen 14-jährige Begleiterin die Nazi-Symbole mit Kugelschreiber auf Arme und Kleidung kritzelte. Opfer und Täter kennen sich. Am Freitag erschien die Achtklässlerin mit den verbotenen Symbolen zum Unterricht in der Crimmitschauer Lindenschule. Die Lehrerin erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei.
Unlängst stellte Henryk M. Broder fest: „Die toten Juden sind in Deutschland gut integriert, nur bei den Lebenden hapert es.“ Am Freitag wird ein Buch über den Jüdischen Friedhof in Zwickau vorgestellt.

Die Öffentlichkeit war schockiert: Als unbekannte Rechtsradikale in der Nacht zum 21. April 2003 den jüdischen Friedhof an der Thurmer Straße heimsuchten, ließen sie fast keinen Stein auf dem andern. Von 64 Grabmalen beschädigten oder zerstörten sie 54, der Schaden wurde seinerzeit auf rund 35.000 Euro beziffert – er summierte sich am Ende auf rund 50.000 Euro und war im September 2003 beseitigt. Als Reaktion auf die Grabschändung hatte seinerzeit die Zwickauer Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit eine Spendenaktion gestartet. Ziel: Geld zu sammeln, um den aktuellen Zustand des Friedhofes zu dokumentieren. Schnell weitete sich die Idee aus – dahingehend, die gesamte Geschichte dieser letzten Ruhestätte von Zwickauer Juden in Buchform zu veröffentlichen. (mehr…)
Beim Testspiel des SC 03 Weimar gegen den FSV Zwickau rückten 18 rechtsextreme Hooligans aus Zwickau an. Die „Schedewitzer Jungs“ sympathisieren offen mit der „Zwickauer Terrorzelle“.

Weimar. Zum heimischen Testspiel des SC 03 Weimar gegen den FSV Zwickau rückten am Samstag 18 rechtsextreme Hooligans aus Zwickau an. Die sich selbst so nennenden „Schedewitzer Jungs“ sind offene Sympathisanten des sogenannten nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), also der „Zwickauer Terrorzelle“. Laut Polizei stand auf dem Ausflugsprogramm der sächsichen Männer auch ein Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Die Polizei legte den ungebetenen Gästen aber erfolgreich nahe, es auf den Versuch eines Auftritts auf dem Gedenkstättengelände erst gar nicht ankommen zu lassen. So hatten die Zwickauer die Beamten während ihres gesamten Weimar-Aufenthaltes an den Fersen: beim Mittagessen, bei der Taxifahrt zum Lindenberg, beim Spiel und während ihres geordneten Rückzugs. (mehr…)
„Fußball kann durch sein Regelwerk mit Befehl, Gehorsam und Strafe Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Identitätsdenken, Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus verstärken.“

Wer sich in der Republik umhört, unter Funktionären, Schiedsrichtern, Trainern, der hört die immer gleichen Antworten: „So etwas gibt es bei uns nicht.“ „Bei uns ist es zuletzt ruhig geblieben.“ „Wir haben zwar Glatzen im Stadion, aber die lassen die Politik draußen.“ „Die Anfeindungen gegen schwarze Spieler sind stark zurückgegangen.“ Noch immer dominiert die Wahrnehmung: Rechtsextremismus könne nur gefährlich sein, wenn es zu Rassismus auf den Rängen kommt, wenn Spieler antisemitisch geschmäht werden, wenn die NPD vor dem Stadion ihre Wahlprogramme verteilt. (mehr…)
Mit den von Zwickauer Nazis begründeten Bekleidungsmarken »Barstool Sports«, »Brachial« und »Eastfight« macht auch die rechte Szene in Leipzig gute Geschäfte.

Im Jahre 2000 veröffentlichte Ralf „Manole“ Marschner mit seiner Naziband »Westsachsengesocks« das Album »Titel zensiert«. Im Interview mit dem rechten Szenemagazin »Rock Nord« wurde er bei diesem Anlass nach dem Hintergrund des Albumtitels, seinen Erfahrungen mit staatlicher Zensur und dem § 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) befragt. In seiner Antwort gab er seinerzeit die strategische Richtung vor, die bis heute auch bei seinen Nachfolgern Beachtung findet: „Wir hatten schon einige Kontakte mit diesem Paragraphen. Doch wir haben daraus gelernt und hauen zukünftig unser Geld nicht mehr zum Fenster raus.“ (mehr…)
Gestern wurde gegen zwei Mitglieder der Nazi-Kameradschaft »Nationale Sozialisten Zwickau« verhandelt. Sie hatten im Vorfeld der Demo für ein Alternatives Zentrum Andersdenkende bedroht.

Zwickau – Anfang Mai 2011 sind Rechte und Linke aneinander geraten, gestern wurde im Amtsgericht verhandelt. Angeklagt waren Florian R. (18) und David P. (28). Sie sollen am 8. Mai, wenige Tage vor der Demonstration für ein linksalternatives Jugendzentrum, einen heute 19-Jährigen bedroht haben. Sagten ihm, sie würden ihn alle machen, ihn vom Fahrrad treten. Sagten: „Wenn wir dich bei irgendeiner Aktion sehen, dann bist du der erste, der fällt.“ Nannten ihn „Scheiß Zecke.“ (mehr…)
Die Polizei ermittelt zu einer gefährlichen Körperverletzung, die sich bereits am 2. Januar ereignet hat. An jenem Montag hielt sich ein 45-Jähriger gegen 19 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle vor dem Hauptbahnhof Zwickau auf. Aus Richtung „Am Bahnhof“ näherten sich zwei Männer und schlugen den Mann mit einer Zaunlatte auf den Kopf, wodurch dieser zu Boden ging. Die erlittene Platzwunde wurde später ambulant behandelt. Die Tatverdächtigen entfernten sich in Richtung Bahnhofstraße. Sie werden wie folgt beschrieben: zirka 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß, glatzköpfig, bekleidet mit schwarzen „Bomberjacken“, schwarzen Hosen und Springerstiefeln.
Quatsch mit brauner Soße: Der ehemalige NPD-Mitarbeiter Christian Bärthel, einer der bekanntesten Anhänger der sogenannten »kommissarischen Reichsregierung«, hat Zwickau inzwischen verlassen. Doch es gibt weitere Anhänger dieser rechtsextremen Verschwörungstheorie.

Zwickau. Vor der Einlasskontrolle des Amtsgerichts stauten sich gestern die Zuschauer. Dutzende Leute wollten zum Prozess gegen eine Mitstreiterin. Die „Reichsdeutschen“ erkennen die Bundesregierung und damit die hiesige Rechtsprechung nicht an. Laut Staatsleugnern gab es angeblich keine offizielle Gründung der Bundesrepublik nach 1949. (mehr…)
Wo das rechte Mördertrio jahrelang Unterschlupf fand, kann der braune Feldversuch inzwischen als gescheitert gelten. Doch es stellt sich die Frage: Wie braun ist Zwickau?
Rund zehn Jahre lebte das braune Mördertrio unbehelligt im sächsischen Zwickau. So ist häufig auch von der Zwickauer Terrorzelle die Rede. Vor etwa fünf Jahren versuchten vor allem aus Thüringen zugezogene Freie Kräfte tatsächlich, die Stadt in ein rechtsextremes Versuchsfeld zu verwandeln. Ihr Mentor war ein NPD-Parlamentarier. Doch das ging schief. (mehr…)
Es klang wie das Ende einer Geschichte als am 4. November 2011 zwei Männer im thüringischen Eisenach tot in einem brennenden Wohnmobil aufgefunden wurden.

Doch was die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden und die Recherchen von Journalist_innen innerhalb weniger Tage zum Vorschein brachten, machte schnell deutlich: Der Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wird in die Geschichtsbücher eingehen, denn, so weiß man heute, er markiert einen traurigen Höhepunkt neonazistischen Terrors in Deutschland und das Versagen der Sicherheitsorgane. (mehr…)


