Christian Bärthel, Mitarbeiter NPD Zwickau

Thüringer Rechercheportal „artthur“ am 20.02.2008

Christian Bärthel (*27. August 1974) aus Ronneburg bei Gera gehört zu den selbsternannten „Reichsbürgern“, ist Funktionär der „Deutschen Partei“ und kandidierte für deren Bundesvorsitz. Weiterhin ist er Mitarbeiter vom NPD-Kreisverband Zwickau und dem NPD-Landtagsabgeordneten Peter Klose. Im Mai 2006 trat der wegen Volksverhetzung Vorbestrafte in Ronneburg bei den Bürgermeisterwahlen an und erhielt 6,2% der Stimmen. Bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen tritt er am 27. Januar 2008 als Bürgermeisterkandidat in der Kleinstadt Besigheim an.

Der antisemitische Verschwörungstheoretiker Bärthel ist gelernter Verwaltungsfachangestellter und seine politische Karriere begann zunächst in der DVU. Bärthel wechselte in die Deutsche Partei (DP) und übernahm 2003 innerhalb des neugegründeten Thüringer Landesverbandes die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden sowie die des Pressesprechers. Für den 18. Oktober 2003 meldete er zusammen mit Michael Burkert eine Demonstration in Erfurt an, bei der etwa 150 Neonazis überwiegend aus Kreisen der NPD und Freien Kameradschaften teilnahmen. Als Redner traten nicht nur Ralf Wohlleben und Christian Worch auf, sondern auch der Nürnberger Revisionist Gerd Ittner, welcher die NS-Euthanasie lobte und kurz darauf festgenommen wurde.

Bärthel gilt seit Jahren als einer der bekanntesten Anhänger der extrem rechten Verschwörungstheorie der „Kommissarischen Reichsregierung“. Die Mitglieder dieses losen Zusammenhangs glauben, dass das Deutsche Reich niemals untergegangen und somit die Bundesrepublik Deutschland nicht existent sei.

Der 33-jährige, der auch im Thüringer Verfassungsschutzbericht Erwähnung findet, ist durch eine Vielzahl von antisemitischen Äußerungen im Internet und auf Flugblättern bekannt. Ende März 2005 fand bei ihm eine polizeiliche Wohnungsdurchsuchung statt – Hintergrund waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Gera wegen des Verdachts auf Volksverhetzung. Am 10. Oktober 2007 wurde er vom Landgericht Gera zu 10 Monaten Haft auf Bewährung und der Ableistung von 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Grund war, dass er auf einer NPD-Seite im Internet Schriften verbreitet habe, „die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung“ aufstacheln und zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern.

Bärthel propagiert die Idee der Querfront, hängt dem Glauben an einen „Volksaufstand“ an und forderte unter anderem auch linksradikale Gruppierungen auf, gemeinsam mit Neonazis für die „Entmachtung des Großkapitals“ zu demonstrieren. Seit Jahren tritt er auf entsprechenden Demonstrationen und Veranstaltungen als Redner auf, zuletzt am 22. September 2007 auf einer von Thomas Gerlach angemeldeten Demonstration in Zwickau. Seit 2007 ist er Mitarbeiter vom sächsischen NPD-Landtagsabgeordneten Peter Klose und dessen NPD-Kreisverband Zwickau.

Quelle:
u.a. artthur.antifa.net am 20.02.2008

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