Archiv für Juni 2009

Sonnige Tage locken rechtsextreme Gewalttäter ans Licht

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 22. Juni 2009

Opferberatung macht drastischen Anstieg rechter Attacken innerhalb eines Monats aus – Stadt und Landkreis Zwickau besondere Brennpunkte

Von Jens Eumann

Zwickau. Ihr Angriff war vorbereitet, nicht spontan. In Kleintransportern kurvten Rechtsextreme am Maifeiertag um den Alten Gasometer, wo das „Stay-rebel“-Festival gegen Rechtsextremismus stattfand. Dann ging alles ganz schnell. Als des Nachts die aufgetretene Band ihre Sachen packte, sprangen mehrere Personen aus einem Auto und wurden handgreiflich, traten auch zu. Nach Informationen der Opferberatung Chemnitz war das einer von drei Übergriffen, die im Mai in der Stadt geschahen. Die Chemnitzer Beratungsstelle, die bezirksweit rechtsextreme Gewalttaten im Blick hat, macht Zwickau derzeit als Brennpunkt rechter Gewalt aus. (mehr…)

Antisemitismus heute: Ich hab‘ nichts gegen Juden, aber …

Vortrag von Petra Zais am 23.06.2009

Petra Zais ist Mitarbeiterin bei der Antonio-Amadeu-Stiftung, die sich dem Kampf gegen Antisemitismus verschrieben hat. Denn die Zahlen sind alarmierend: Seit 2001 sind antisemitische Grundhaltungen und antisemitisch motivierte Gewalttaten auf einem hohen Niveau.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, was man gegen Antisemitismus tun kann. Wie ist es möglich, auf zivilgesellschaftlicher Ebene präventiv zu arbeiten? Wie kann man die Wahrnehmung für das Problem stärken? Welche Gegenmaßnahmen sind notwendig? (mehr…)

Rechtsextremer Sprecher verurteilt

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 16. Juni 2009

Gerichtsreport: Geldstrafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Beamtenbeleidigung

Von Jens Eumann

Zwickau. 1000 Euro Geldstrafe sind dem Strippenzieher der rechtsextremen Zwickauer Szene sicher. Ob auch der Nachschlag weiterer 440 Euro, der gestern am Amtsgericht gegen Daniel P. (22) verhängt wurde, Rechtskraft erlangt, ist noch unklar. Auf jeden Fall sah Richter Jürgen Dietel beide von Staatsanwalt Jörg Rzehak angeklagten Straftaten als erwiesen an. Die Vorwürfe: unerlaubter Waffenbesitz und Beleidigung von Polizisten. (mehr…)

Generation Black Block

Wochenzeitung „Jungle World“ vom 11. Juni 2009

Seit mehr als fünf Jahren gibt es die Autonomen Nationalisten (AN). Handelt es sich lediglich um »new style, same old shit«, wie es in einem Antifa-Slogan heißt? Kleiden sich manche deutsche Nazis nur anders als früher, oder haben die AN eine tat­sächlich funktionierende und deshalb gefährliche Strategie entwickelt? Verschiedene Antifa-Gruppen aus ganz Deutschland geben Antworten.

von Matthias Groß und Matthias Galle

Wenn in Deutschland Trends aufkommen, dann in Berlin. Das gilt offenbar auch für Nazis. »Berlin ist die Geburtsstadt der Autonomen Nationalisten, wie wir sie heute kennen« (mehr…)

Deutsche Eiche im Stadtrat

Wochenzeitung „Jungle World“ vom 11. Juni 2009

Vor einem Jahr zog die NPD in Sachsen erst­mals in alle Kreistage eines Bundeslandes ein. Am Wochenende standen die Stadt- und Gemeinderäte zur Wahl.

von Michael Bergmann

Wer in den vergangenen Wochen durch die Sächsische Schweiz fuhr, konnte meinen, die NPD regierte längst allein in der Region. Wahlplakate anderer Parteien musste man außerhalb der Stadt­zentren geradezu suchen.

Reibungslos verlief der Kommunalwahlkampf für die Neonazis trotzdem nicht. (mehr…)

HalluziNation Deutschland

Beiträge zur Therapie einer Zwangsvorstellung. Eine Vortragsreihe zur Kritik von Staat und Nation.

Seminarreihe in der Reitbahnstraße 84 / Chemnitz.

»HalluziNation Deutschland«

Es ist 2009 und Deutschland feiert sich wieder einmal selbst. In unzähligen Jubiläumsveranstaltungen wird wahlweise die Gründung der BRD 1949, die Wiedervereinigung 1989 oder ganz allgemein die deutsche Nation bejubelt. Denn darin sind sich PolitikerInnen, Medien und Zivilgesellschaft weitgehend einig: auf 60 Jahre Demokratie und soziale Marktwirtschaft im Westen und friedlich aufbegehrende Ostdeutsche, welche 1989 für Freiheit und Nation auf die Straße gingen, könne man stolz sein. Getrübt wird die Feierlaune gegenwärtig höchstens durch die Hiobsbotschaften über die Wirtschaftskrise, aber auch dagegen sollen die Deutschen mit ihrem Einsatz für Arbeit den Standort retten. Anstatt diesen Aufruf zurückzuweisen, schwenken sie gerne Fähnchen und schreien nach Vater Staat. Wie kann in Anbetracht von sozialen Kürzungen und schlechten Fußballs der Ruf nach Deutschland so laut sein? (mehr…)