Archiv für Februar 2010

Nazi-Demonstration am 01. Mai 2010 in Zwickau?!

In eigener Sache – 26. Februar 2010

Anmeldung im Ordnungsamt liegt vor | Organisatoren kommen scheinbar aus Nordsachen

Seit 1933 ist der 01. Mai gesetzlicher „Feiertag der nationalen Arbeit“. Der Diskurs über die „nationale deutsche Arbeit“ brachte die damalige deutsche Bevölkerung und ihre Führung eng zusammen und war ausschlaggebend für die Konstituierung der Volksgemeinschaft im Nationalsozialismus. Das Ziel dieser Feiertags-Ideologie bestand darin, der gemeinsam erlittenen, vermeintlichen Ausbeutung der „deutschen Arbeit“ durch das so genannte „fremdvölkische bzw. jüdische Finanzkapital“ zu entgehen. Spätestens mit dem 08. Mai 1945 hätte es mit diesem Spuk vorbei sein müssen. Obendrein hätte der „Tag der Befreiung“ tatsächlich Grund zur Freude geboten. Doch die Volksgemeinschaft hatte weiterhin nichts zu feiern, außer die „gute Arbeit“ am 01. Mai. Noch im Jahr 2009 forderten Gewerkschaften das diese mit dem entsprechenden „guten Geld“ zu entlohnen sei.

In diesem Jahr könnte die Zwickauer Bevölkerung nun daran erinnert werden, was die deutsche Version des „Tages der Arbeit“ seit 1933 wirklich ist. Bereits gestern (mehr…)

Rechte Subkultur steht zur Diskussion

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 25. Februar 2010

Zwickau. Morgen um 19 Uhr findet in den Räumen des Fanprojekts Zwickau, Äußere Plauensche Straße 18, in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung eine Bildungsveranstaltung unter dem Titel „Fightclubs, Fußball, Subkultur: Experimentierfelder für Nationale Sozialisten“ statt. Als Gesprächspartner sind der Journalist Christoph Ruf, Mitautor des Buches „In der NPD. Reisen in die National Befreite Zone“, und die Politikwissenschaftlerin Ellen Esen, beide aus Karlsruhe, eingeladen. Der Eintritt ist frei. (TC) (mehr…)

Das Tränenmeer trocken legen

An­ti­fa­schis­ti­schen Ak­ti­on Chem­nitz / AAK vom 12. Februar 2010

Kritik am Chemnitzer Totenkult: »Kein kol­lek­ti­ves Trau­ern um „deut­sche Opfer“ am 5. März!«

Die Bom­bar­die­rung deut­scher Städ­te durch die al­li­ier­ten Flug­ver­bän­de ist jedes Jahr aufs Neue eine dra­ma­ti­sche Begeben­heit. Vie­ler­orts wer­den der­ar­ti­ge Ju­bi­lä­en auf un­ter­schied­li­che Art und Weise be­gan­gen. Auch Chem­nitz ist seit vie­len Jah­ren damit be­schäf­tigt die emo­tio­na­li­sier­te Er­in­ne­rung an den An­griff auf die Stadt im Ge­wand ver­schie­dener po­li­ti­scher und kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tun­gen zu ze­le­brie­ren. Im Fokus ste­hen hier wie auch an­dern­orts vor allem die ei­ge­ne Be­trof­fen­heit und das „un­sag­ba­re Leid“, wel­ches mit dem An­griff schein­bar über die Be­völ­ke­rung der Stadt her­ein brach.

Der dar­aus er­wach­sen­de An­spruch, be­zo­gen auf die Opfer – „wür­dig“ zu Ge­den­ken – ver­bin­det sich mit dem Wunsch, sich an die­sem Tag für den Frie­den in der Welt stark zu ma­chen und wird mit al­ler­lei (welt-)an­schau­li­chem Ha­bi­tus ver­deut­licht. Lei­der glän­zen die Ak­teur/innen dabei nicht un­be­dingt mit der in­halt­lich kor­rek­ten Ver­mitt­lung his­to­ri­scher Ge­ge­ben­hei­ten. (mehr…)

Alerta Nazidemo in Aue!

In eigener Sache – 18. Februar 2010

Die Stimmung innerhalb der extrem rechten Szene ist nach dem Desaster von Dresden am letzten Wochenende am Boden. Von „Bombenstimmung“ kann dort zur Zeit keine Rede sein. In diversen Internetforen wird sich nun ausgiebig ausgeheult. Dennoch haben die selbsternannten „Volksbefreier“ keine Zeit zu verlieren, denn das Aussterben der Deutschen (Rasse) ist bekanntlich kaum noch abzuwenden. Erst am Montag hatten „Nationale Sozialisten“ in Leipzig den Faschingsumzug zu Propagandazwecken genutzt. So wurden die BesucherInnen dezent auf folgendes Problem hingewiesen: „Die Demokraten bringen uns den Volkstod“. Aha! Schon wieder Bescherung? Cool, das stand sogar auf meinem Wunschzettel! Ähnliches ist nun wohl auch in „unserer“ wunderschönen Erzgebirgsregion angedacht. So überrascht die folgende Meldung nun auch nicht mehr wirklich. (mehr…)

Zum Zweiten: „Brachiale“ Mode zieht in der Innenstadt ein

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 17. Februar 2010

Zwickauer Label eröffnet Geschäft am Dr.-Friedrichs-Ring – Erster Versuch in Innerer Plauenscher gescheitert – Aktionsbündnis plant Protest

Von Claudia Drescher

Zwickau. Das Zwickauer Mode-Label „Brachial“ hat nun offenbar doch ein Geschäft in bester Citylage gefunden. Die umstrittene Marke wird voraussichtlich ab März neben der Penzler-Villa am Dr.-Friedrichs-Ring zu kaufen sein. „Der Mietvertrag steht“, sagt Kurt Fliegerbauer, dessen Lebensgefährtin Silke Kunstmann das Haus gehört, auf Nachfrage der „Freien Presse“.

Allzu genau hat seine Hausverwaltung den neuen Mieter, „eine Textilfirma“, demnach nicht in Augenschein genommen. Dass die „brachiale“ Mode auch gern in der rechten Szene getragen wird und der Verein Roter Baum mit der Eröffnung einen neuen Anlaufpunkt der Nazi-Szene in der Stadt befürchtet, ist Fliegerbauer nach eigener Aussage nicht bekannt. (mehr…)