Archiv für März 2010

Bündnis formiert sich gegen geplanten NPD-Aufmarsch

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 26. März 2010

Oberbürgermeisterin setzt auf den Widerstand der Zwickauer

Von Sara Thiel

Zwickau. Geht es um den Widerstand gegen den für den 1. Mai geplanten NPD-Aufmarsch, dann möchte Zwickau in die Fußstapfen von Dresden und Chemnitz treten. Dort sind ähnliche Veranstaltungen in jüngster Zeit am Widerstand der Bevölkerung gescheitert.

Unter dem Dach des Bündnisses für Demokratie und Toleranz haben sich schon zahlreiche Organisationen zusammengefunden. Auch die Stadt Zwickau schließt sich dieser Bewegung an, so Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD). „Ich hoffe, dass sich viele Zwickauer daran beteiligen.“ Und nicht nur sie. Auch im sächsischen Städte- und Gemeindetag habe sie an ihre Amtskollegen appelliert, sich am Widerstand zu beteiligen. Die Muldestadt war schon mehrmals Ziel solcher Veranstaltungen, dabei habe man gemerkt, dass ein Verbot oftmals nicht fruchtet, da die Demonstrationen letztlich doch genehmigt werden mussten (mehr…)

T-Shirt bringt Träger vor den Kadi

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 26. März 2010

Gerichtsreport: Amtsgericht verurteilt jungen Arbeitslosen wegen Volksverhetzung

Von Torsten Kohlschein

Zwickau. Amtsrichter Heiko Eisenreich ist dafür bekannt, dass sein ohnehin selten milder Ton an Schärfe zunimmt, wenn ihn ein Angeklagter für dumm verkaufen will. Gestern hat’s wieder einer versucht. Aber Andy H. aus Schwarzenberg sah rasch ein: Damit kommt man nicht weit.

Der junge Arbeitslose war im August 2009 von der Polizei mit einem T-Shirt am Bahnhof Wilkau-Haßlau festgehalten worden, dessen Rückenaufdruck stilisierte weiße Figuren zeigt, die mit Gewehren auf flüchtende schwarze Figuren anlegen. Darunter der Text: „Hunting Season“ (deutsch: „Jagdsaison“). Ein solcher offen zur Schau gestellter Aufdruck, so die Staatsanwältin in ihrer Anklage, erfülle den Tatbestand der Volksverhetzung. Die Darstellung rufe unmissverständlich dazu auf, dunkelhäutige Menschen zu erschießen. (mehr…)

Bitte nehmen Sie Platz

Zwickau nimmt Platz

Den Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai in Zwickau verhindern!

Erster Mai Zwickau
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Vortrag: „Mit siebzehn an der Rampe“

Vortragsabend in den Priesterhäusern am 25. März

Justin Sonder: Ein Überlebender aus den Konzentrationslagern berichtet.

Der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V. Zwickau ist es gelungen mit Justin Sonder einen der wenigen noch lebenden Zeitzeugen für eine Veranstaltung zu gewinnen. Justin Sonder, am 18. Oktober 1925 in Chemnitz geboren, wurde im Januar 1943 festgenommen. Nach Haftaufenthalten deportieren ihn die Nazis nach Auschwitz. Die Zeit, die dann folgte, war geprägt von unmenschlicher Arbeit, Hunger und Schrecken. Bei insgesamt 16 Selektionen war Sonder dabei, manche gingen erst in letzter Minute noch gut für ihn aus. Im Januar 1945 erlebte er die Befreiung aus dem Konzentrationslager und kehrte als einer der wenigen überlebenden Juden zurück in seine Heimatstadt Chemnitz, wo er bis heute lebt.

Vortragsabend am 25.03.2010, 18:00 Uhr
Veranstaltungsort: Museum Priesterhäuser, Zwickau
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NPD peilt zum 1. Mai Zwickau an

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 16. März 2010

Widerstand formiert sich

Zwickau. Die Demonstration der NPD zum 1. Mai in Zwickau ist noch nicht genehmigt, da formiert sich schon der Widerstand: Gewerkschaften, Antifaschisten und die Stadt haben angekündigt, sich gegen den Aufmarsch zu wehren. Für die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann (Linke) ist der Aufmarsch die Fortsetzung der in Dresden und Chemnitz begonnenen Demos, die dort aber jeweils von Gegnern blockiert wurden. „Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt nicht aufgeben“, so die Politikerin, die auch DGB-Chefin in der Region ist. Der Verband der Verfolgten des Naziregimes zieht bereits gewaltfreie Blockaden in Betracht. Derweil prüft das Landratsamt, ob der Aufmarsch genehmigt wird. Beeinflusst wird das laut Pressesprecherin Ilona Schilk durch die verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen zu Dresden und Chemnitz. (sth) (mehr…)

Kein Naziaufmarsch am 1. Mai in Zwickau

VVN-BdA Zwickau vom 11. März 2010

Pressemitteilung des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten, Regionalverband Zwickau

Mit einem Aufruf vom 11. März 2010 auf der Webseite der sächsischen NPD ruft diese für den 1. Mai 2010 zu einem Aufmarsch in Zwickau auf. Der Vorsitzende des VVN-BdA Zwickau, Günter Weigel, sowie der Sprecher für Jugendarbeit im VVN-BdA-Landesvorstand Sachsen, Uwe Adamczyk, erklären dazu: Kein Naziaufmarsch am 1. Mai in Zwickau! (mehr…)

Die Nazis kommen!

In eigener Sache – 12. März 2010

Sächsische NPD mobilisiert nun offiziell zum 1. Mai 2010 nach Zwickau – Bürgerliche Proteste sind bisher nicht vorgesehen

Der gestern vom Landesverband der sächsischen NPD veröffentlichte Aufruf mit dem Titel „Arbeit für Deutsche! Fremdarbeiter-Invasion stoppen! – am 1. Mai auf nach Zwickau!“ liest sich wie die Zusammenfassung eines Brainstorming zum Stichwort „Politik“, durchgeführt in einer deutschen Hauptschule, Klassenstufe 7. Aber solange die gängige Bürosoftware nicht in der Lage ist auch grammatische Mängel zu beheben, besteht bei der NPD wohl keine Aussicht auf Besserung. Inhaltlich lassen sich daraus dennoch die beiden wichtigsten Punkte deutschen Grundempfindens extrahieren. Erstens: Arbeit macht glücklich, deshalb Arbeit für alle Deutschen! Zweitens: Demokratische Parteien dienen nur dem „internationalen Börsenspekulantentum“, nicht der deutschen Wertarbeit! Aber genug der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der NPD. Viel beunruhigender gestaltet sich das Verhalten der so genannten Zwickauer Demokraten. (mehr…)