Flyeraktion gegen Naziladen gestört

Linkes Medienportal „Indymedia“ vom 23. Mai 2010

Antifaschist_Innen bei Flyeraktion gegen den rechten Szeneladen Eastwear (The Last Resort Shop) in Zwickau gestört. Um „ihren Laden“ zu verteidigen griffen Besitzer und Verkäufer die Beteiligten an.

Dass es um die Gesinnung des „Sportbekleidungsgeschäfts“ Eastwear (ehemals The Last Resort Shop) in Zwickau nicht viel zu diskutieren gibt, sollte mittlerweile vielen bekannt sein. Unter Beweis gestellt wurde dies wieder einmal am 22.05.2010, als 10-15 Antifaschist_Innen gegen 14 Uhr in unmittelbarer Nähe des Ladens in der Kreisigstraße 5 bis zu 100 Flyer an einkaufende Bürger_Innen verteilten. Dem Besitzer des Ladens, Marko Hampel, schien diese „geschäftsschädigende Verleumdung“ weder zu gefallen, noch war er bereit den friedlichen Prostest zu tolerieren.

Um „ihren“ Laden zu verteidigen gingen Hampel und sein Verkäufer Michael Schöbel zunächst auf Antifischist_Innen los, beleidigten weibliche Aktivistinnen als „Votzen“ und schlugen zwei Personen direkt ins Gesicht. Die Beteiligten sollten sich „verpissen, sonst würde bald ein Räumkommando ankommen“, so Hampel wortwörtlich. Die kurz darauf eintreffende Polizei kam nicht umher, die Aktion der Antifaschist_Innen als solche in Frage zu stellen. Es handle sich schließlich um einen normalen Sportladen und die Protestaktion würde die Existenz des Besitzers bedrohen. Ergo sei man selber schuld.

Hier nur ein Hinweis: Wer Geld mit menschenverachteten Waren macht, der gehört nicht geschützt! Und wer den Verkauf von nationalistischen und rassistischen Produkten damit rechtfertigt, dass sie eine wirtschaftliche Existenz sichern, hat entweder jedweden moralischen Anspruch verloren oder stellt wirtschaftlichen Nutzen über jede Menschlichkeit! Die Beamt_Innen sorgten nun dafür, dass wieder „Ruhe und Ordnung“ einkehrt und erteilte allen Anwesenden einen Platzverweis. Die Angreifer, die unterdessen nicht weit entfernt wieder ihren Geschäften nachgingen, wurden nur kurz befragt. Gegen den Ladenbesitzer wurden 2 Strafanzeigen wegen Körperverletzung gestellt.

Der Last Resort Shop wurde Ende der 90er Jahre von Ralf Marschner eröffnet. Dieser stammt aus dem Umfeld des mittlerweile verbotenen internationalen Nazi-Netzwerks „Blood & Honour“. Nach Streitigkeiten wird der Naziladen „The Last Resort“ mittlerweile seit mehreren Jahren von einem neuen Eigentümer geführt; an der inhaltlichen Ausrichtung des Geschäfts änderte dies freilich nichts. Es ist davon auszugehen, dass Einnahmen aus dem Geschäft teilweise zurück in die rechte Szene fließen. Für. Auch der als rechtsoffen bekannte Fussballclub „Schedewitz 98″ wurde bereits vom Laden unterstützt. Aufgefallen ist der neue Besitzer weiterhin durch mehrere Gerichtsverfahren mit anschließender Verurteilung aufgrund des Verkaufs verbotener Nazi-CDs. Seit September 2009 organisiert sich vermehrt Protest gegen den Szeneladen. Auch englasten Unbekannte im Dezember dessen Front. Seit Ende letzten Jahres gab sich der „Last Resort Shop“, vermutlich um Angriffsfläche zu mindern, den unbedenklichen Namen „Eastwear“. 11 Jahre Last Resort / Eastwear! Es reicht! Lieber spät als nie!

Quelle:
http://de.indymedia.org/2010/05/282036.shtml

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