Archiv für Februar 2013

Razzia in Zwickau

Freie Kräfte Tageszeitung „Leipziger Volkszeitung“ vom 28. Februar 2013

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat am Mittwoch den Computer eines Zwickauer Mitglieds der rechten Verschwörungstheoretiker des sogenannten Deutschen Polizei Hilfswerk (DPHW) beschlagnahmt.

Der selbst gebastelte Ausweis des Reichsdeutschen Christian Bärthel

Im Rahmen der Ermittlungen gegen das sogenannte Deutsche Polizei Hilfswerk (DPHW) haben Staatsanwaltschaft Dresden und das Operative Abwehrzentrum Rechtsextremismus (OAZ) am Mittwoch sieben Wohnungen in Meißen und Umgebung, eine Betriebsstätte in Zwickau sowie eine Wohnung in Brandenburg durchsucht. Insgeamt 119 Beamte waren am Morgen im Einsatz. Nach Angaben von Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz wurden Uniformen, Computer und Schusswaffen sicher gestellt, die nun überprüft werden. Gegen die gut zwei Dutzend Mitglieder der Organisation wurde ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet. Wie Staatsanwalt Lorenz Haase gegenüber LVZ-Online sagte, werde dabei auch eine Verbindung der DPHW zur rechtsextremen Szene in Sachsen geprüft. Laut Haase stehe die Gruppe im Zusammenhang mit den sogenannten „Reichsbürgern“. (mehr…)

Rechte Schläger greifen Punks auf dem Hauptmarkt an

Freie Kräfte Tageszeitung „Freie Presse“ vom 19. Februar 2013

Die rechte Fussballfangruppierung »A-Block Zwickau« hat wieder zugeschlagen: Bei einer Attacke auf linksalternative Jugendliche gab es mehrere Verletzte. Betroffene beklagen Untätigkeit der Polizei.

Zwickau – Erst am Abend bestätigte die Polizei gestern, was durch die Beratungsstelle Opfer rechtsextremer Gewalt in Chemnitz bekannt geworden ist: Bei einer Massenschlägerei am Zwickauer Hauptmarkt in der Samstagnacht sind mehrere Jugendliche von Rechtsextremen verletzt worden. Sie wurden mit Tritten, Schlägen und Kopfstößen attackiert. Einer der Angreifer bezeichnete sich gegenüber der Polizei selbst als Nazi. In der Gruppe linksalternativer Jugendlicher, die sich am Brunnen vor dem Theater aufhielten, habe er „Nazi-Gegner“ ausgemacht. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Laut Lena Nowak von der Opferberatung sowie den Aussagen zweier Betroffener mussten die linksalternativen Jugendlichen im Krankenhaus behandelt werden, sie erlitten Hirn-Traumata und Prellungen, einem wurde der Fuß gebrochen. Die etwa 15 Jugendlichen vor dem Gewandhaus seien von einer ebenso großen Gruppe Neonazis angegriffen worden. (mehr…)

Nazi-Größe war V-Mann

Naziladen Tageszeitung „Freie Presse“ vom 2. Februar 2013

Jobbte Beate Zschäpe im Naziladen in Zwickau? Der stille Teilhaber einer Zwickauer Szenegröße will auf Fahndungsfotos eine alte Bekannte wiedererkannt haben. Der Chef des Ladens ist verschollen.

Zwickau – Ralf M., genannt „Manole“, war über Jahre ein wichtiger Mann der Neonazi-Szene von Zwickau. Seine Band „Westsachsengesocks“ reihte sich ein in den Reigen rassistischer Musiker, die unterm Schirm der inzwischen verbotenen Vereinigung „Blood & Honour“ eine Heimat fanden. In Zwickau gründete Ralf M. einen Szeneladen, den er „Last-Resort-Shop“ taufte, in Anlehnung an den gleichnamigen Londoner Szenetreff, in dem der „Blood-&-Honour“-Gründer Ian Stuart Donaldson einst seine rassistische Band „Skrewdriver“ rekrutierte. Während „Manole“ im Last-Resort-Shop bot, was das Neonazi-Herz begehrt, eröffnete er mit einem Partner ein weiteres Zwickauer Geschäft mit unverfänglicherer Kollektion. Bei „Heaven & Hell“ gab es Klamotten, die die Hooligan-Szene ansprachen. Überdies gab es von 2005 bis 2007 in diesem Laden auch eine Frau, die wohl zeitweise aushalf und die inzwischen zweifelhafte Berühmtheit erlangte: Beate Zschäpe. (mehr…)