Archiv für Oktober 2013

Eine Partei sucht sich selbst

AfD Tageszeitung „Freie Presse“ vom 12. Oktober 2013

Sie holte mehr Stimmen als Grüne und FDP im Landkreis Zwickau: die rechtspopulistische »Alternative für Deutschland« bereitet die Gründung des Kreisverbandes Zwickau vor

Zwickau/Limbach-Oberfrohna. Wenn es nach den Zwickauern ginge, säße die Alternative für Deutschland (AfD) bereits im Bundestag. 6,1Prozent der Stimmen erhielt die Partei, die erst im April gegründet worden ist, im Wahlkreis 165. Der Wahlkampf war spontan und wurde auf kurzen Wegen organisiert. Rund 1000 Plakate wurden aufgehängt, tausende Flyer verteilt, ein Wahlkampfbüro am Zwickauer Hauptmarkt eröffnet, Wahlkampfstände in Fußgängerzonen aufgestellt – mitunter gehörten zu den aktiven Wahlkämpfern Leute, die noch nicht mal Mitglied der AfD waren. Einige hinterließen ihre Handynummer im Internet: „Aufkleber fürs Auto könnt ihr bei mir bestellen“, heißt es da zum Beispiel. Bei all der Aufbruchstimmung ist noch gar niemandem aufgefallen, dass der Name des Bundesvorsitzenden Bernd Lucke auf der Homepage falsch geschrieben ist. (mehr…)

Asylbewerber: Kreis Zwickau setzt weiter auf Heime

Chronik Tageszeitung „Freie Presse“ vom 5. Oktober 2013

Bis Ende 2014 wird sich die Zahl der Flüchtlinge verdoppeln. Für deren Unterbringung setzt das Landratsamt weiter auf Sammelunterkünfte. Trotz jüngster Vorfälle und breiter Kritik.

Zwickau – Rund 650 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Zwickau. Unter anderem wegen der anhaltenden Flüchtlingsströme aus Syrien, wo nach wie vor Bürgerkrieg herrscht, rechnet man im Landratsamt bis Ende 2014 mit etwa 960 Asylbewerbern, für die eine Unterkunft bereitzustellen ist. In den beiden Wohnheimen in Werdau und Zwickau gibt es nach der jüngsten Erweiterung 555 Plätze. Um die zu erwartenden Flüchtlinge unterzubringen, sucht das Landratsamt noch bis 19. November mittels Ausschreibung ein drittes Wohnheim mit 100 bis 150 Plätzen.

Die Unterbringung in Wohnheimen ist allerdings umstritten. Sechs Quadratmeter Wohnraum stehen einem Asylbewerber zu. Sie dürfen in der Regel nicht arbeiten und Sachsen nicht verlassen. Die Situation in den Sammelunterkünften gewährleiste „keinen Schutz der Intimsphäre, der Gesundheit und des Wohls der Flüchtlinge. Auf engstem Raum wohnen Menschen mit verschiedenen Fluchtgeschichten und zum Teil traumatischen Erfahrungen. Auch kulturelle und religiöse Differenzen und Sprachbarrieren erschweren den Bewohnern das unfreiwillige Zusammenleben“, moniert der sächsische Flüchtlingsrat. Eine langfristige Unterbringung in Asylbewerberheimen könne zu psychischen Krankheiten führen und sei Nährboden für Alkoholismus und Kriminalität, sagt die Ausländerbeauftragte des Landkreises, Birgit Riedel. (mehr…)