Archiv für November 2014

Neonazis schicken Drohbrief

Chronik Tageszeitung „Freie Presse“ vom 20. November 2014

Wegen Engagements für Flüchtlinge: Post mit Hakenkreuz für Die Linke-Stadtrat René Hahn.

Zwickau – Stadtrat René Hahn (Linke) hat am Dienstag einen Drohbrief erhalten. Das handgeschriebene Dokument ist mit „Nationale Sozialisten Marienthal“ und einem Hakenkreuz unterzeichnet. Als Absender ist auf dem Briefumschlag „N.S.U“ angegeben. Hahn engagiert sich als Stadtrat und Mitglied des Vereins „Roter Baum“ immer wieder gegen Rechtsextremismus und für Toleranz. Zuletzt half er, ein Familienfest für und mit Asylbewerbern in Neuplanitz zu organisieren, entfernte antisemitische Graffiti („Tötet Israel“) in Marienthal. In dem Brief werden beide Aktionen angesprochen. „Unsere Kameraden in Planitz haben dich satt und werden gegen dich Aktionen starten“, heißt es dort. Der Verfasser kündigt neue Graffiti an und droht: „Es steht dir eine heiße Zeit bevor!“ (mehr…)

Nazischläger kommen ungestraft davon

Freie Kräfte Tageszeitung „Freie Presse“ vom 13. November 2014

Anfang 2013 griffen mutmaßliche Neonazis eine Gruppe Punks an. Der einzige Angeklagte wurde freigesprochen – unter der Bedingung, 1000 Euro zu zahlen. Tat er aber nicht.

Zwickau – Das Verfahren gegen einen 23-jährigen Zwickauer, der im Februar 2013 an einer Massenschlägerei auf dem Zwickauer Hauptmarkt beteiligt gewesen ist, wurde gestern von Richter Jürgen Dietel zum zweiten Mal vorläufig eingestellt – obwohl der Mann gegen die richterlichen Auflagen verstieß. Das Verfahren am Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung war nach einer Absprache zwischen Richter, Staatsanwalt und Verteidigung im Dezember gestoppt worden. Derjenige Mann sollte binnen eines halben Jahres 1000 Euro an den Verein „Alter Gasometer“ zahlen. Da er dies nicht getan hat, sollte der Prozess gestern noch einmal aufgerollt werden. Kurz vor Beginn wurde er wieder abgesagt. „Er bekommt nochmal eine Chance“, sagten Dietel und Staatsanwalt Jörg Rzehak im Anschluss einmütig. Der Angeklagte habe versprochen, das Geld nun zu zahlen. (mehr…)

Fremdenhass bei der Polizei

Chronik Tageszeitung „Freie Presse“ vom 10. November 2014

Die Verbrechen des NSU sind noch nicht aufgearbeitet, da fällt erneut ein Schatten auf die Polizei in Zwickau: Sie ermittelt in ihren eigenen Reihen zu ausländerfeindlichen E-Mails.

Zwickau. Die Staatsanwaltschaft Zwickau muss sich mit einem Fall von ausländerfeindlichen Äußerungen durch einen leitenden Kriminalbeamten in der Polizeidirektion Zwickau befassen. Nach Recherchen der „Freien Presse“ handelt es sich um den Leiter des Kommissariats Betrugsdelikte, der wenige Monate vor der Pensionierung steht und seit Ende der vergangenen Woche vom Dienst suspendiert ist. Auf Anfrage gab es von der Behörde eine entsprechende Bestätigung. Der Beamte soll ab Oktober 2013 bis in die Gegenwart in mindestens vier Fällen fahndungsinterne E-Mails mit Hilfeersuchen des Landeskriminalamtes mit ausländerfeindlichen Zusatzbemerkungen versehen und so an seine Mitarbeiter weitergeleitet haben. (mehr…)

Lambda statt Hakenkreuz

Freie Kräfte Infoportal „Indymedia Linksunten“ vom 24. Oktober 2014

Unter den führenden „Identitären“ ist auch ein bekannter Neonazi aus Zwickau: Der heißt Tony Gerber und schwadronierte schon in der Vergangenheit von der „arischen Rasse“.

Bisher ist noch niemand, der ZuschauerInnen mit „Glück auf!“ begrüßt, Youtube-Star geworden. Aber darum geht es bei „Identitära“ auch nicht. Der Videoblog ist im sächsischen Zwickau, Ortsteil Neuplanitz, daheim. In loser Folge entstehen dort Beiträge zur neurechten „Identitären Bewegung“ (IB). Durch das Programm führt Tony Gerber mit einer beachtlichen Treue zur Mundart. In den bisher drei Sendungen hat Gerber erklärt, was ihn an der IB begeistert. Es ist die „klare Freund-Feind-Bestimmung“. Er hat begründet, worum sich ein „Identitärer“ bemüht, nämlich “Wehrhaftigkeit”, denn der Feind heißt nun einmal „nicht selten Ausländer“. Und schließlich holte er für die neueste Episode mit Martin Sellner den Anführer der „Identitären“ in Wien vor die Kamera und plauderte mit ihm über das Thema Asyl. Gewissermaßen also noch einmal über den Feind, denn Gerber befürchtet „ethnische Konflikte“ und dass sich das Stadtbild Zwickaus durch „Masseneinwanderung“ drastisch verändern werde. (mehr…)