Archiv für Februar 2015

NPD-Stadtrat Gentsch könnte Mandat verlieren

NPD Tageszeitung „Freie Presse“ vom 16. Februar 2015

Wegen des Vorwurfs, eine dunkelhäutige Frau geschlagen zu haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Bestätigt sich die Tat, muss der Kommunalpolitiker um sein Amt bangen.

Meerane/Zwickau – Die Ermittlungen gegen NPD-Funktionär Patrick Gentsch dauern an. Inzwischen hat die Zwickauer Staatsanwaltschaft den Fall übernommen. Laut einer Sprecherin entscheidet sich demnächst, ob Anklage erhoben wird. Sollte es zu einem Prozess kommen, werde dieser voraussichtlich am Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal stattfinden. Gentsch, der für die rechtsextreme NPD im Meeraner Stadtrat und im Zwickauer Kreistag sitzt, wird vorgeworfen, am 20. Dezember in einer Glauchauer Diskothek eine dunkelhäutige Frau beleidigt und ins Gesicht geschlagen zu haben. Nach Angaben der Glauchauer Polizei gebe es dafür mehrere Augenzeugen. (mehr…)

V-Mann Ralf Marschner

Freie Kräfte Zeitschrift „Der Rechte Rand“ vom November 2014

»Manole«, »Mono«, »Primus«, »Irrländer«, »Kit Rock« und zuletzt »Q3« – Ralf Marschner aus Zwickau hatte viele Namen. Sie beschreiben die Geschichte eines Neonazis, der zehn Jahre lang trotz zahlreicher Ermittlungsverfahren vom Verfassungsschutz als wichtige Quelle geführt wurde.

In der rechten Musikszene Sachsens kannte man Marschner nur als »Manole« oder »Mono«. Er kam 1990 für seine Lehre nach Zwickau. 1991 war er einer von 100 rechten Skinheads, die Flüchtlinge mit Zaunlatten im Zwickauer Flüchtlingsheim zusammengeschlagen und selbiges danach niedergebrannt hatten. Als einer der ersten V-Leute im Osten wird Marschner unter dem Decknamen »Primus« ein Jahr später vom »Bundesamt für Verfassungsschutz« (BfV) angeworben. Für mehrere Jahre gilt er als »einzige wirklich relevante Quelle« im Osten, so »Primus‘« V-Mann-Führer Richard Kaldrack vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Durchschnittlich 300 Euro im Monat bekommt Marschner für seine Tätigkeit. Er organisiert Rechtsrockkonzerte, gibt zwei Fanzines heraus und singt selbst in einer Band mit dem Namen »Westsachsengesocks«. 1997 eröffnet er den Szeneladen »The Last Resort« und ein Modegeschäft, das er »VIPers« nennt. (mehr…)