Archiv für Oktober 2015

Zwickau reiht sich ein

Asyl Tageszeitung „Chemnitzer Morgenpost“ vom 18. Oktober 2015

Nach Dresden, Chemnitz, Görlitz und Plauen reiht sich nun auch Zwickau in die fremdenfeindlichen Proteste ein. In Sachsen wollen „besorgte Bürger“ unter sich bleiben.

Zwickau – Jetzt hatte auch die Muldestadt ihre erste große Anti-Asyl-Demo. Vermutlich rund 1.200 Demonstranten zogen zwischen Platz der Völkerfreundschaft und Rathaus hin und her, 200 Gegendemonstranten protestierten gegen den Aufmarsch lautstark auf dem Georgenplatz. Aufgerufen zu der Anti-Asyl-Kundgebung hatten die Facebookgruppen „Zwickau wehrt sich“ und „Zwickau sagt Nein zum Asylmissbrauch“. Nach eigenen Angaben waren die Initiatoren selbst überrascht vom großen Zulauf, wollen nun künftig regelmäßig „friedliche Protestveranstaltungen“ organisieren. (mehr…)

Crimmitschau: Anschlag auf Wohnungsgesellschaft

Asyl Tageszeitung „Ostthüringer Zeitung“ vom 14. Oktober 2015

Unbekannte Täter haben einen Anschlag auf die Crimmitschauer Wohnungsgesellschaft (CWG) verübt. Die Kripo schließt einen Zusammenhang mit der Flüchtlingsunterbringung nicht aus.

Das Wohngebiet Neuplanitz in Zwickau

Crimmitschau. Der Schreck saß tief am Montag, sowohl bei den Mitarbeitern der CWG als auch bei denen der Stadt. Am vergangenen Wochenende hatten Unbekannte einen Anschlag auf den Sitz des städtischen Wohnungsunternehmens verübt. Einschüsse an drei verschiedenen Schaufenstern zeugen davon ebenso, wie Schmierereien an der Eingangstür und dem Eingangsschild. Die wiederum legen den Schluss nahe, dass es sich um eine Tat handelt, die sich gegen die Unterbringung von Flüchtlingen richtet. Die CWG hat Anzeige erstattet, Kriminalisten haben Spuren aufgenommen und sicherten zuvor den Tatort. Nach ersten Vermutungen können die Einschüsse in die Büro-Fenster der CWG durch Stahlkugeln verursacht worden seien, die mit einem Katapult abgeschossen wurden. (mehr…)

Asylstreit spaltet Meerane

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 5. Oktober 2015

Demo, Gegendemo, Bürgerfest – die Einwohner gehen mit dem Flüchtlingsproblem in der Stadt unterschiedlich um. Das Wichtigste: In der Stadt blieb es friedlich.

Meerane. Wie zerrissen die Stadt beim Thema Flüchtlinge ist, hat sich gestern Nachmittag in Meerane gezeigt. Zwei Demonstrationen, eine pro, die andere gegen Asyl. Die Mehrheit der Meeraner blieb allerdings zu Hause. Ein Zeichen für Toleranz wollten auf dem Marktplatz engagierte junge Leute setzten. Unter dem Motto „Zusammensetzen statt Hetzen“ hatten sich etwa 150 Teilnehmer versammelt. „In Meerane leben derzeit 120 Asylbewerber, davon etwa 50 Kinder“, sagte Michael Öhler von der Diakonie Westsachsen, die die Leute in den Wohnprojekten betreut. Die Diakonie hat im Wohn- gebiet Remser Weg ein Büro, in dem auftretende Probleme zwischen Meeranern und Asylbewerbern geklärt werden können, sagte Öhler. „Meerane sagt weiter Ja“, erklärte Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos), der noch einmal die Einwohnerversammlung der vorigen Woche reflektierte. Ungerer lobte das Engagement der jungen Leute für Toleranz und Aufklärung und stellte einen Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Toleranz her. (mehr…)