Zwickau reiht sich ein

Asyl Tageszeitung „Chemnitzer Morgenpost“ vom 18. Oktober 2015

Nach Dresden, Chemnitz, Görlitz und Plauen reiht sich nun auch Zwickau in die fremdenfeindlichen Proteste ein. In Sachsen wollen „besorgte Bürger“ unter sich bleiben.

Zwickau – Jetzt hatte auch die Muldestadt ihre erste große Anti-Asyl-Demo. Vermutlich rund 1.200 Demonstranten zogen zwischen Platz der Völkerfreundschaft und Rathaus hin und her, 200 Gegendemonstranten protestierten gegen den Aufmarsch lautstark auf dem Georgenplatz. Aufgerufen zu der Anti-Asyl-Kundgebung hatten die Facebookgruppen „Zwickau wehrt sich“ und „Zwickau sagt Nein zum Asylmissbrauch“. Nach eigenen Angaben waren die Initiatoren selbst überrascht vom großen Zulauf, wollen nun künftig regelmäßig „friedliche Protestveranstaltungen“ organisieren.

Während die Asylgegner meist ruhig, ohne Fahnen und ohne Redebeiträge durch die Stadt zogen, protestierten die Linken auf dem Georgenplatz lautstark gegen den Marsch. Organisator der Gegendemo war das Bündnis für Demokratie und Toleranz. Auch die Asylfreunde planen für die Zukunft Gegenproteste. Grünen-Stadtrat Martin Böttger (68): „Wir haben für die nächsten Sonnabende den Hauptmarkt für uns reservieren lassen, damit die Anderen dort nicht auftreten können.“ Für den früheren Chef der Stasiunterlagenbehörde in Chemnitz ist klar: „Asyl ist Menschenrecht. Das werden wir auch in Zwickau beschützen.“

Quelle: Bernd Rippert/ Chemnitzer Morgenpost/ Sonntag, 18.10.2015

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