Volksverhetzung bei Facebook

Chronik Tageszeitung „Chemnitzer Morgenpost“ vom 25. November 2015

Bereits vorbestrafter 20-jähriger Angeklagter veröffentlichte Hitler-Flyer samt „Judenheizung“

Zwickau – Richterin Simona Meyer zeigte sich gegenüber dem Angeklagten Kevin R. (20) verwundert: „Was muss denn noch alles passieren, bis Sie es kapieren?“ Der Zwickauer stand wegen Volksverhetzung vor Gericht. Laut Anklage hatte Kevin R. auf seiner Facebook-Seite eine Bildmontage veröffentlicht, wo unter Vorspiegelung eines Flyers eines Elektromarkts stand: „Der Führer empfiehlt – Die Judenheizung von Germania 399 Euro“. Dort zu sehen waren Adolf Hitler und ein Krematoriumsofen aus einem Vernichtungslager. Verteidiger Rechtsanwalt Friedhelm Strake, der die Vorwürfe einräumte, sagte: „Das kann nicht mehr als Dummerjungenstreich angesehen werden.“ Kevin R. hat bereits fünf Vorstrafen – unter anderem hatte er Nacktfotos einer Bekannten im Internet verbreitet. Weil er Bewährungsauflagen missachtete, kam er direkt aus dem Knast zur Verhandlung. Gemeinsam mit dieser Vorstrafe wurde er zu insgesamt neun Monaten Haft (ohne Bewährung) verurteilt.

Quelle: Theo Stiegler/ Chemnitzer Morgenpost/ 25.11.2015.

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