Archiv für Dezember 2015

Farbanschlag in Meerane

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 24. Dezember 2015

Mutmaßliche Asyl-Gegner verüben Farbanschlag auf Transporter eines Flüchtlingshelfers.

Meerane. Unbekannte haben auf das Auto eines 45-Jährigen, der sich in Meerane in Flüchtlingsprojekten engagiert, einen Farbanschlag verübt. Der Transporter wurde in der Nacht mit schätzungsweise drei bis fünf Litern Farbe überschüttet. Der Betroffene geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Asyl-Gegner handelt. Er sei in den vergangenen Monaten mehrfach beschimpft worden und habe zwei Morddrohungen erhalten, erklärte der Meeraner der „Freien Presse“. Die Polizei ermittelt, der Staatsschutz ist eingeschaltet. In Meerane hatten sich am 1. November vor dem Eintreffen des Flüchtlingszuges aus Bayern rund 200 fremdenfeindliche Demonstranten versammelt. Als die Asylbewerber mit Bussen auf verschiedene Unterkünfte verteilt werden sollten, eskalierte die Lage. (mehr…)

1000 Teilnehmer gegen Asyl

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 19. Dezember 2015

Von „Bürgern, Bürgerforum und Reichsbürgern“ spricht die »Freie Presse« und meint eine gefährliche Mischung aus handfesten Neonazis und Verschwörungstheoretikern.

Zwickau – Beim letzten „Spaziergang“ in diesem Jahr haben gestern etwa 1000 Menschen auf dem Platz der Völkerfreundschaft und auf einer Runde durch die Innenstadt gegen die Asyl- und Regierungspolitik demonstriert. Der Umzug war zugleich der letzte, der vom Bürgerforum Sachsen angemeldet wurde. Das Forum hat sich neue Ziele gesetzt. „Die Bürger sind aktiv geworden und engagieren sich nun selbst. Darüber bin ich froh“, sagte Forumsvorsitzender Lars Höselbarth der „Freien Presse“ und bestätigte die an zwei Stellen per Reihenzählung ermittelte Teilnehmerzahl. Das Bürgerforum bereite jetzt die nächsten Schritte vor, sagte der 38-Jährige zu den Teilnehmern. Man wolle in weitere Orte und den Kreistag ziehen, nicht ewig nur spazieren. So verwies er auf die Versammlung des Bürgerforums zum Thema Asylbewerber, die Anfang der Woche in Lichtentanne stattgefunden hatte. Zudem habe sich für die Demos in Mülsen nach der Impulsgebung ein eigenes Orga-Team entwickelt. (mehr…)

Übergriff auf Flüchtlingsunterkunft

Asyl Tageszeitung „Chemnitzer Morgenpost“ vom 16. Dezember 2015

Erneuter Angriff auf die Notunterkunft für Asylbewerber in der Lengenfelder Straße.

Zwickau – Diesmal schossen die Täter Feuerwerksraketen auf das Heim im ehemaligen Max Bahr-Baumarkt ab, flüchteten danach. Das Operative Abwehrzentrum (OAZ) hat die Ermittlungen übernommen. Ende November hatte ein Bombenalarm am früheren Baumarkt für große Aufregung gesorgt. Drei Männer aus Zwickau (23, 25, 31) hatten nachts eine mutmaßliche Rohrbombe vor dem Haus abgelegt. Der Wachschutz entdeckte die Gefahr und alarmierte die Polizei. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes fanden bei einer vorsichtigen Untersuchung heraus: Bei der Bombe handelte es sich um eine Attrappe. Aber eine Attrappe, die Angst machen sollte. Die Polizei nahm die drei verdächtigen Männer kurz darauf fest. Jetzt musste der Wachschutz am Abend erneut die Polizei rufen. Asylhasser zündeten vor dem Heim Feuerwerksraketen. Polizeisprecherin Annabel Windisch: „Die Feuerwerkskörper sollen so gezündet worden sein, dass die Flugbahn in Richtung der Unterkunft führte.“ Der erneute Anschlag sorgte unter den 90 Flüchtlingen in der Obhut des Landkreises Zwickau für Angst und Schrecken, doch es gab am Ende weder Personen- noch Sachschaden. Das OAZ bittet um Zeugenhinweise unter Telefon 0375/428-4480. (mehr…)

Neonazi Tony Gerber

»Freie Kräfte« Magazin „Frontal21″ vom 4. November 2014

Vor einem Jahr berichtete das ZDF über das „Aushängeschild der Identitären Bewegung in Sachsen“. Heute ist Gerber Mitorganisator asylfeindlicher Demos und Dialogpartner der OB.

Köln vor wenigen Tagen. 4800 Hooligans und Rechtsextremisten randalieren gegen Salafisten und eine angebliche Überfremdung Deutschlands durch Muslime. Ganz vorne mit dabei: Demonstranten mit der Losung „Heimat, Freiheit, Tradition“. Sie nennen sich „Die Identitäre Bewegung“. (…) Die Spuren der Identitären führen auch nach Sachsen. Hier ist Tony G. ein Aushängeschild der Bewegung. (…) Der Mann aus Zwickau trainiert Kameraden und – das belegen Polizeiakten – kommt aus dem Umfeld eines bundesweit bekannten Rechtsextremisten: André E. Der steht als mutmaßlicher Helfer des NSU, des Nationalsozialistischen Untergrundes, in München vor Gericht. (mehr…)

Halbes Jahr Gefängnis

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 15. Dezember 2015

Beim Betreten des Zwickauer Gerichtssaals trug Guntram P. (66) eine Maske wie die Computer-Hacker von „Anonymus“. Der vorbestrafte Holocaust-Leugner muss nun ins Gefängnis.

Zwickau/Crimmitschau – Weil er in einer E-Mail Asylbewerbern pauschal Sex mit Tieren unterstellt hat, ist ein 66-jähriger Mann aus Crimmitschau in Zwickau wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Haft verurteilt worden. Und er muss möglicherweise auch wirklich hinter Gitter: Da der Angeklagte bereits wegen des gleichen Straftatbestandes verurteilt worden war, sah Richter Jürgen Dietel keine Gründe, die Strafe zur Bewährung auszusetzen. (mehr…)

Dialog mit einem Neonazi?

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 5. Dezember 2015

»Pia Findeiß erklärt Spaziergängern Asylpolitik« titelt die Freie Presse. Nicht erwähnt wird, dass einer der Demo-Organisatoren der seit Jahren aktive Neonazi Tony Gerber ist:

Zwickau. Vier Vertreter des Bürgerforums Sachsen, das die Zwickauer Spaziergänge veranstaltet, sind vorgestern der Einladung der Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) ins Rathaus gefolgt. Darunter waren Lars Höselbarth aus Hartenstein und drei weitere Gäste aus Wilkau-Haßlau, Chemnitz und Zwickau. In dem Gespräch ging es um grundsätzliche Fragen zur Asylpolitik. Die Vertreter wollten nach Auskunft der Stadtverwaltung zum Beispiel wissen, warum die Flüchtlinge in der Scheffelbergturnhalle untergebracht sind. Daraufhin habe Findeiß erklärt, dass die Unterbringung der Asylbewerber in den Händen des Landkreises und des Freistaats liegt. „Zum Teil herrschen da falsche Vorstellungen“, sagte Rathaussprecher Mathias Merz. (mehr…)

Haftbefehl gegen Verdächtige

Asyl Tageszeitung „taz“ vom 4. Dezember 2015

Drei Männer sollen Mitte November Molotow-Cocktails auf ein Asylsuchendenheim geworfen haben. Nun wurde Haftbefehl gegen sie erlassen.

Nach einem Brandanschlag auf eine Asylsuchendenunterkunft im sächsischen Crimmitschau hat das Amtsgericht Zwickau gegen drei Tatverdächtige Haftbefehl wegen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung erlassen. Wie die Polizeidirektion Leipzig am Freitag mitteilte, sollen die 32, 34 und 35 Jahre alten mutmaßlichen Täter in den frühen Morgenstunden des 12. November drei Molotow-Cocktails gegen die Fassade des Asylsuchendenheimes in Crimmitschau geworfen haben. (mehr…)

Plakat verhöhnt Flüchtlinge

Asyl Tageszeitung „Chemnitzer Morgenpost“ vom 3. Dezember 2015

Die ersten 40 Flüchtlinge sind am Donnerstag im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt angekommen. Schon gab es geschmacklose Proteste.

Zwickau – Darf man so Asylsuchende verhöhnen und skandalisieren? Die ersten 40 Flüchtlinge sind am Donnerstag Vormittag in der Notunterkunft angekommen. Und gleich darauf gab es schon geschmacklose Proteste! Um Weihnachten herum sollen weitere 80 bis 100 folgen – und welche Plakate kommen dann noch? Bis Januar werden 346 junge Männer in die Halle in der Lengenfelder Straße einziehen. Diese leben in 155 mit Messewänden abgetrennten Zimmern – überwiegend Zwei-Bett-Kabinen und 18 Kabinen für jeweils vier Personen. Zehn Johanniter sind für die Betreuung der Flüchtlinge im Einsatz. Außerdem gibt es einen Rund-um-die-Uhr-Wachschutz. (mehr…)

Sprengsatz-Attrappe in künftiger Asylunterkunft

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 1. Dezember 2015

In einer künftigen Asylbewerberunterkunft in Zwickau, dem früheren Baumarkt von Max Bahr, hat der Wachschutz am Dienstagfrüh eine Sprengsatz-Attrappe entdeckt.

Zwickau. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts waren nach dem Fund einer Sprengsatz-Attrappe am Morgen nach Zwickau gerufen worden. Sie brachten den rohrähnlichen Gegenstand an eine sichere Stelle, um ihn zu überprüfen. Kurz nach 8 Uhr konnte zumindest insoweit Entwarnung gegeben werden, dass es sich nicht um einen echten Sprengsatz handelt. Im Zuge der ersten Ermittlungen stellte die Polizei im Umfeld der Lengenfelder Straße drei Tatverdächtige. Die 23, 25 und 31 Jahre alten Zwickauer, die unter Verdacht stehen, den bombenähnlichen Gegenstand abgelegt zu haben, wurden vorläufig festgenommen. Zwei von ihnen sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft bereits „strafrechtlich in Erscheinung getreten“, jedoch nicht im Zusammenhang mit rechtsradikalen Umtrieben. (mehr…)