Sprengsatz-Attrappe in künftiger Asylunterkunft

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 1. Dezember 2015

In einer künftigen Asylbewerberunterkunft in Zwickau, dem früheren Baumarkt von Max Bahr, hat der Wachschutz am Dienstagfrüh eine Sprengsatz-Attrappe entdeckt.

Zwickau. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts waren nach dem Fund einer Sprengsatz-Attrappe am Morgen nach Zwickau gerufen worden. Sie brachten den rohrähnlichen Gegenstand an eine sichere Stelle, um ihn zu überprüfen. Kurz nach 8 Uhr konnte zumindest insoweit Entwarnung gegeben werden, dass es sich nicht um einen echten Sprengsatz handelt. Im Zuge der ersten Ermittlungen stellte die Polizei im Umfeld der Lengenfelder Straße drei Tatverdächtige. Die 23, 25 und 31 Jahre alten Zwickauer, die unter Verdacht stehen, den bombenähnlichen Gegenstand abgelegt zu haben, wurden vorläufig festgenommen. Zwei von ihnen sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft bereits „strafrechtlich in Erscheinung getreten“, jedoch nicht im Zusammenhang mit rechtsradikalen Umtrieben.

Zur Sicherstellung sowie Untersuchung des bombenähnlichen Gegenstandes kamen die Spezialisten des LKA zum Einsatz. Gegen acht Uhr konnten die Fachmänner Entwarnung geben – es handelte sich um keine funktionsfähige Rohrbombe, sondern um eine Attrappe. Die Lengenfelder Straße musste aufgrund des Vorfalls für eine Dauer von drei Stunden gesperrt werden. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Die Kriminalpolizei in Zwickau bittet weiterhin um Hinweise unter Telefon 0375 428 4480.

Der frühere Baumarkt wurde in den vergangenen als Unterkunft für Flüchtlinge hergerichtet, steht jedoch noch leer. Ursprünglich war einmal für heute der Bezug geplant. Die Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt die Einrichtung. In der 5500 Quadratmeter großen Halle hatte zuletzt die insolvente Baumarktkette Max Bahr Gartenscheren und Farbtöpfe verkauft. Die Lüftung, die damals den Kunden einen wohligen Einkauf bescherte, soll von nun an geflüchtete Menschen im Winter wärmen. 346 Männer sollen bis zur ersten Januarwoche einziehen.

Quelle: Freie Presse/dpa/ Dienstag, 01.12.15.

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