Plakat verhöhnt Flüchtlinge

Asyl Tageszeitung „Chemnitzer Morgenpost“ vom 3. Dezember 2015

Die ersten 40 Flüchtlinge sind am Donnerstag im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt angekommen. Schon gab es geschmacklose Proteste.

Zwickau – Darf man so Asylsuchende verhöhnen und skandalisieren? Die ersten 40 Flüchtlinge sind am Donnerstag Vormittag in der Notunterkunft angekommen. Und gleich darauf gab es schon geschmacklose Proteste! Um Weihnachten herum sollen weitere 80 bis 100 folgen – und welche Plakate kommen dann noch? Bis Januar werden 346 junge Männer in die Halle in der Lengenfelder Straße einziehen. Diese leben in 155 mit Messewänden abgetrennten Zimmern – überwiegend Zwei-Bett-Kabinen und 18 Kabinen für jeweils vier Personen. Zehn Johanniter sind für die Betreuung der Flüchtlinge im Einsatz. Außerdem gibt es einen Rund-um-die-Uhr-Wachschutz.

Nachdem die Polizei Anfang der Woche eine Bomben-Attrappe auf dem Baumarkt-Gelände entdeckte hatte, sind die Beamten in erhöhter Sicherheitsbereitschaft. „Aus taktischen Gründen geben aber wir keine Informationen über unsere Einsatzstärke heraus“, so Polizeisprecherin Anett Münster (37). Proteste gegen die Notunterkunft in der Stadt waren bereits für den heutigen Donnerstag um 18 Uhr angekündigt. Ein Plakat bezeichnet die Unterkunft als „isis-Terrorcamp“…

Der Mietvertrag für die Halle soll Ende September 2016 auslaufen. Allerdings mit der Option einer Verlängerung bis Ende Dezember. Ursprünglich wollte der neue Eigentümer – das Billigmöbel-Haus POCO – allerdings schon ab 1. Januar 2017 in der Halle einen Markt eröffnen. Im Landkreis Zwickau wird sich die Zahl der Asylbewerber im Laufe des Jahres 2015 auf etwa 3300 Menschen verdreifachen.

Quelle: Doreen Grasselt/ Chemnitzer Morgenpost/ 03.12.2015.

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