Archiv der Kategorie 'Naziladen'

Nazi-Größe war V-Mann

Naziladen Tageszeitung „Freie Presse“ vom 2. Februar 2013

Jobbte Beate Zschäpe im Naziladen in Zwickau? Der stille Teilhaber einer Zwickauer Szenegröße will auf Fahndungsfotos eine alte Bekannte wiedererkannt haben. Der Chef des Ladens ist verschollen.

Zwickau – Ralf M., genannt „Manole“, war über Jahre ein wichtiger Mann der Neonazi-Szene von Zwickau. Seine Band „Westsachsengesocks“ reihte sich ein in den Reigen rassistischer Musiker, die unterm Schirm der inzwischen verbotenen Vereinigung „Blood & Honour“ eine Heimat fanden. In Zwickau gründete Ralf M. einen Szeneladen, den er „Last-Resort-Shop“ taufte, in Anlehnung an den gleichnamigen Londoner Szenetreff, in dem der „Blood-&-Honour“-Gründer Ian Stuart Donaldson einst seine rassistische Band „Skrewdriver“ rekrutierte. Während „Manole“ im Last-Resort-Shop bot, was das Neonazi-Herz begehrt, eröffnete er mit einem Partner ein weiteres Zwickauer Geschäft mit unverfänglicherer Kollektion. Bei „Heaven & Hell“ gab es Klamotten, die die Hooligan-Szene ansprachen. Überdies gab es von 2005 bis 2007 in diesem Laden auch eine Frau, die wohl zeitweise aushalf und die inzwischen zweifelhafte Berühmtheit erlangte: Beate Zschäpe. (mehr…)

Deckname „Primus“

Zwickauer Zelle Nachrichtenportal „Spiegel Online“ vom 28. Januar 2013

Nach Informationen des SPIEGEL führte der Verfassungsschutz einen weiteren V-Mann im Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrund“: die Szenegröße Ralf „Manole“ Marschner aus Zwickau

Peter K.* ist nicht unbedingt ein Mann eindeutiger Loyalitäten. So prangen etwa auf dem Heck seines Kleinwagens italienischer Herkunft noch immer fast ein Dutzend Aufkleber, die den Behörden zufolge auf eine dumpfdeutsche Gesinnung schließen lassen. In der Vergangenheit verkaufte der heute 41-Jährige den Neonazis im sächsischen Zwickau Bomberjacken und Springerstiefel, während er zugleich dem Verfassungsschutz Berichte aus der Szene lieferte. (mehr…)

Boxclub mit Naziproblem

Freie Kräfte Tageszeitung „Freie Presse“ vom 1. Februar 2012

Beim KSSV Zwickau boxen Mitglieder der Nazi-Kameradschaft »Nationale Sozialisten« und der Naziladen »The Last Resort Shop« tritt als Sponsor auf. Nur Zufall? Der Vereinschef verharmlost:

Zwickau – Unter dem Motto „Kein Platz für Gewalt. Mehr Respekt, bessere Integration und wahre Zivilcourage“ will der KSSV Zwickau im April ein sechswöchiges Boxcamp beginnen, in dem Jugendliche verschiedener Herkunft und Nationalitäten mit Hilfe des Sports einander besser kennen- und verstehen lernen sollen. Die Teilnahme wird kostenlos sein. „Wir hoffen, dass es gut angenommen wird“, sagte Vorstandsmitglied Frank Hillmer. (mehr…)

Das braune Erbe von Manole

Naziladen Antifa-Newsflyer „Gamma“ und „Bündnis gegen Naziläden in Zwickau“ vom 19. Januar 2012

Mit den von Zwickauer Nazis begründeten Bekleidungsmarken »Barstool Sports«, »Brachial« und »Eastfight« macht auch die rechte Szene in Leipzig gute Geschäfte.

Im Jahre 2000 veröffentlichte Ralf „Manole“ Marschner mit seiner Naziband »Westsachsengesocks« das Album »Titel zensiert«. Im Interview mit dem rechten Szenemagazin »Rock Nord« wurde er bei diesem Anlass nach dem Hintergrund des Albumtitels, seinen Erfahrungen mit staatlicher Zensur und dem § 86a (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen) befragt. In seiner Antwort gab er seinerzeit die strategische Richtung vor, die bis heute auch bei seinen Nachfolgern Beachtung findet: „Wir hatten schon einige Kontakte mit diesem Paragraphen. Doch wir haben daraus gelernt und hauen zukünftig unser Geld nicht mehr zum Fenster raus.“ (mehr…)

Schlapphüte schweigen, Rassisten rocken

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 4. Januar 2012

Landtagspolitiker beklagen Pannen bei Ermittlungen zum Terror-Trio. Ein Geheimdienstbericht nennt Namen weiterer Helfer. Alte Verbindungen um Zwickauer Naziladen »Last Resort Shop«.

Dresden – Je mehr Informationen über Helfer der Terrorzelle bekannt werden, je öfter sächsische Orte wie Chemnitz, Johanngeorgenstadt, Lauter und Aue dabei eine Rolle spielen, desto schweigsamer wird Sachsens Landesamt für Verfassungsschutz. Diesen Eindruck hat nicht nur die Opposition im Landtag. Selbst im schwarz-gelben Regierungslager wächst der Unmut. Observierungsfotos vom ersten Chemnitzer Unterschlupf in der Bernhardstraße, Beschattung von Kontaktpersonen des Jenaer Neonazi-Trios Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, abgehörte Telefonate – aber kein Zugriff. Angesichts immer neuer Pannen, die das Bundesamt für Verfassungsschutz jetzt in einem geheimen Bericht aufgelistet hat, spricht Kerstin Köditz, Rechtsextremismus-Expertin der Linksfraktion im Landtag, von einem „Stück aus dem Tollhaus“. Dazu gehöre auch, dass der angeblich geheime Bericht unter dem Titel „Das Desaster von Chemnitz“ vom Magazin „Spiegel“ schon zitiert werde, ehe er in Sachsen der Parlamentarischen Kontrollkommission (PKK) überhaupt vorliegt. (mehr…)

Naziladen »Eastwear« wirbt mit Pink Panther

Naziladen »Aktionsbündnis gegen Naziläden in Zwickau« vom 22. November 2011

Ehemaliger »The Last Resort Shop« in der Zwickauer Kreisigstraße verhöhnt Opfer des Naziterrors. Aus dem Englischen von C. Freeman in »The Telegraph«.

Versteckt in einer Seitenstraße, einige Gehminuten von einem tristen, mit Graffiti bedeckten Busbahnhof entfernt, bietet das »Eastwear« -Bekleidungsgeschäft in Zwickau alles, was sich der heutige smart gekleidete Neonazi nur wünschen kann. Neben T-Shirts und Bomberjacken der Freizeit-Marke »Thor Steinar« – Deutschlands Antwort auf die bei britischen Skinheads beliebten Marken »Fred Perry« und »Lonsdale« – gibt es eine umfangreiche Garderobe für diejenigen, die mittels ihrer Kleidung gern ihrer Gesinnung Ausdruck verleihen; von »Hooligan«-Handschuhen bis hin zu »Hatewear« und »Iron Fist«-Sweatshirts. (mehr…)

Mitarbeiter des Zwickauer Neonaziladens greift Jugendliche an

Opferberatung RAA Sachsen vom 26. Mai 2010

Von Naziläden und Hakenkreuzen als Tannenbaumschmuck.

Zwickau. „Wir wollten die Bürger und Bürgerinnen der Stadt über die Machenschaften der Mitarbeiter und die Klamotten, die im „Eastwear“ verkauft werden aufklären.“, so einer der Jugendlichen, die am vergangenen Samstag in der Kreisigstraße Infoblätter an Passant_innen verteilten.

Das Geschäft vertreibt eindeutig neonazistische Artikel, wie z.B. Kleidung und DVDs. Während der ursprüngliche Begründer des Ladens aus dem Umfeld des verbotenen „Blood an Honour“ Netzwerkes stammt, hat sich die inhaltliche Ausrichtung auch nach Betreiberwechsel bis heute nicht verändert und stellt einen wesentlichen Anlaufpunkt für die Zwickauer und sächsische Neonaziszene dar. Unter Nazis beliebte Kleidungsmarken wie „Thor Steinar“ und „Brachial“ werden hier verkauft.

Die Jugendlichen konnten nur kurze Zeit Informationsblätter über die Ausrichtung des Geschäftes verteilen. Der Betreiber des Ladens, Marco H., und Mitarbeiter Michael S. wurden auf die Jugendlichen aufmerksam und kamen aus dem Geschäft. Inhaber Marco H. schlug erst einem Jugendlichen mit der flachen Hand ins Gesicht und verletzte im weiteren Verlauf einen anderen durch einen Faustschlag im Gesicht.

Marco H. drohte damit, dass in wenigen Minuten ein „Aufräumkommando“ kommen würde. Kurze Zeit darauf trafen vor dem Geschäft weitere Personen ein, die ihrem äußeren Erscheinungsbild nach deutlich der Neonaziszene zuzuordnen waren. (mehr…)

Flyeraktion gegen Naziladen gestört

Linkes Medienportal „Indymedia“ vom 23. Mai 2010

Antifaschist_Innen bei Flyeraktion gegen den rechten Szeneladen Eastwear (The Last Resort Shop) in Zwickau gestört. Um „ihren Laden“ zu verteidigen griffen Besitzer und Verkäufer die Beteiligten an.

Dass es um die Gesinnung des „Sportbekleidungsgeschäfts“ Eastwear (ehemals The Last Resort Shop) in Zwickau nicht viel zu diskutieren gibt, sollte mittlerweile vielen bekannt sein. Unter Beweis gestellt wurde dies wieder einmal am 22.05.2010, als 10-15 Antifaschist_Innen gegen 14 Uhr in unmittelbarer Nähe des Ladens in der Kreisigstraße 5 bis zu 100 Flyer an einkaufende Bürger_Innen verteilten. Dem Besitzer des Ladens, Marko Hampel, schien diese „geschäftsschädigende Verleumdung“ weder zu gefallen, noch war er bereit den friedlichen Prostest zu tolerieren.

Um „ihren“ Laden zu verteidigen gingen Hampel und sein Verkäufer Michael Schöbel zunächst auf Antifischist_Innen los, beleidigten weibliche Aktivistinnen als „Votzen“ und schlugen zwei Personen direkt ins Gesicht. Die Beteiligten sollten sich „verpissen, sonst würde bald ein Räumkommando ankommen“, so Hampel wortwörtlich. Die kurz darauf eintreffende Polizei kam nicht umher, die Aktion der Antifaschist_Innen als solche in Frage zu stellen. Es handle sich schließlich um einen normalen Sportladen und die Protestaktion würde die Existenz des Besitzers bedrohen. Ergo sei man selber schuld. (mehr…)

Zum Zweiten: „Brachiale“ Mode zieht in der Innenstadt ein

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 17. Februar 2010

Zwickauer Label eröffnet Geschäft am Dr.-Friedrichs-Ring – Erster Versuch in Innerer Plauenscher gescheitert – Aktionsbündnis plant Protest

Von Claudia Drescher

Zwickau. Das Zwickauer Mode-Label „Brachial“ hat nun offenbar doch ein Geschäft in bester Citylage gefunden. Die umstrittene Marke wird voraussichtlich ab März neben der Penzler-Villa am Dr.-Friedrichs-Ring zu kaufen sein. „Der Mietvertrag steht“, sagt Kurt Fliegerbauer, dessen Lebensgefährtin Silke Kunstmann das Haus gehört, auf Nachfrage der „Freien Presse“.

Allzu genau hat seine Hausverwaltung den neuen Mieter, „eine Textilfirma“, demnach nicht in Augenschein genommen. Dass die „brachiale“ Mode auch gern in der rechten Szene getragen wird und der Verein Roter Baum mit der Eröffnung einen neuen Anlaufpunkt der Nazi-Szene in der Stadt befürchtet, ist Fliegerbauer nach eigener Aussage nicht bekannt. (mehr…)