Archiv der Kategorie 'NPD'

Vergiftete Stimmung in Meerane

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 12. Januar 2016

Noch ist die geplante Erstaufnahmeeinrichtung nicht in Betrieb, aber schon jetzt kocht die Wut in der Stadt hoch. Zur Zielscheibe des Hasses wird immer mehr Bürgermeister Ungerer.

Meerane. Die Worte von Wolfgang Eckert sind ungehört verhallt. Im Interview mit der „Freien Presse“ mahnte der Schriftsteller Anfang November 2015 zu mehr Gelassenheit und Vernunft in Fragen der Flüchtlingskrise, vor allem aber zu einer Abkehr von Gewalt. Davon sei die Stimmung in der Stadt geprägt. „Aber Gewalt kann keine Lösung sein“, befand Eckert. Die Atmosphäre scheint heute vergifteter denn je. Erst am Sonntagmorgen haben Unbekannte gegen 5.45 Uhr das Rathaus mit Parolen beschmiert. „Verräter“ steht da, „Ihr holt uns Scheiße ins Land“ und „IS-Zentrale“. Die Tat ist von einer Videokamera aufgezeichnet worden. Die Stadt hat mehrere Strafanträge gestellt, unter anderem wegen Sachbeschädigung, übler Nachrede und Verleumdung. In Zwickau befasst sich damit der Staatsschutz. (mehr…)

Neonazi Tony Gerber

»Freie Kräfte« Magazin „Frontal21″ vom 4. November 2014

Vor einem Jahr berichtete das ZDF über das „Aushängeschild der Identitären Bewegung in Sachsen“. Heute ist Gerber Mitorganisator asylfeindlicher Demos und Dialogpartner der OB.

Köln vor wenigen Tagen. 4800 Hooligans und Rechtsextremisten randalieren gegen Salafisten und eine angebliche Überfremdung Deutschlands durch Muslime. Ganz vorne mit dabei: Demonstranten mit der Losung „Heimat, Freiheit, Tradition“. Sie nennen sich „Die Identitäre Bewegung“. (…) Die Spuren der Identitären führen auch nach Sachsen. Hier ist Tony G. ein Aushängeschild der Bewegung. (…) Der Mann aus Zwickau trainiert Kameraden und – das belegen Polizeiakten – kommt aus dem Umfeld eines bundesweit bekannten Rechtsextremisten: André E. Der steht als mutmaßlicher Helfer des NSU, des Nationalsozialistischen Untergrundes, in München vor Gericht. (mehr…)

Hunderte solidarisieren sich mit der NPD

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 9. November 2015

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen vom vergangenen Wochenende legen Asylgegner aus Meerane noch einmal nach. An die Spitze des Protests setzen sich Rechtsextreme.

Meerane. Aus dem Lautsprecher klingt es, als wäre Meerane mitten im Krieg. „Was würdet ihr tun ohne Freiheit? Wollt ihr kämpfen?“, fragt eine Stimme. Sie gehört dem deutschen Synchronsprecher von Mel Gibson, und die Zeilen gehören zu der charismatischen Rede, die der von Gibson gespielte William Wallace im Film „Braveheart“ vor einer Schlacht spricht, um seine Krieger einzuschwören. So martialisch beginnt die Kundgebung gestern Nachmittag auf dem Meeraner Markt. Mehrere Hundert Menschen haben sich eingefunden, offiziell um gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Der einzige Redner auf dem Markt ist der NPD-Kreisvorsitzende und Stadtrat Patrick Gentsch. Der Applaus, den er in seinen Redepausen bekommt, zieht sich durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten. Einige Demonstranten haben Plakate mitgebracht, auf denen Parolen stehen wie „Ihr brecht Recht und Gesetz, unseren Widerstand brecht ihr nicht“ oder die Warnung vor einem „Ethonzid“ an der deutschen Bevölkerung. Letzteres Schild war schon einen Tag vorher in Hohenstein-Ernstthal zu sehen gewesen. (mehr…)

Asylstreit spaltet Meerane

Asyl Tageszeitung „Freie Presse“ vom 5. Oktober 2015

Demo, Gegendemo, Bürgerfest – die Einwohner gehen mit dem Flüchtlingsproblem in der Stadt unterschiedlich um. Das Wichtigste: In der Stadt blieb es friedlich.

Meerane. Wie zerrissen die Stadt beim Thema Flüchtlinge ist, hat sich gestern Nachmittag in Meerane gezeigt. Zwei Demonstrationen, eine pro, die andere gegen Asyl. Die Mehrheit der Meeraner blieb allerdings zu Hause. Ein Zeichen für Toleranz wollten auf dem Marktplatz engagierte junge Leute setzten. Unter dem Motto „Zusammensetzen statt Hetzen“ hatten sich etwa 150 Teilnehmer versammelt. „In Meerane leben derzeit 120 Asylbewerber, davon etwa 50 Kinder“, sagte Michael Öhler von der Diakonie Westsachsen, die die Leute in den Wohnprojekten betreut. Die Diakonie hat im Wohn- gebiet Remser Weg ein Büro, in dem auftretende Probleme zwischen Meeranern und Asylbewerbern geklärt werden können, sagte Öhler. „Meerane sagt weiter Ja“, erklärte Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos), der noch einmal die Einwohnerversammlung der vorigen Woche reflektierte. Ungerer lobte das Engagement der jungen Leute für Toleranz und Aufklärung und stellte einen Zusammenhang zwischen Bildungsgrad und Toleranz her. (mehr…)

NPD-Stadtrat Gentsch könnte Mandat verlieren

NPD Tageszeitung „Freie Presse“ vom 16. Februar 2015

Wegen des Vorwurfs, eine dunkelhäutige Frau geschlagen zu haben, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Bestätigt sich die Tat, muss der Kommunalpolitiker um sein Amt bangen.

Meerane/Zwickau – Die Ermittlungen gegen NPD-Funktionär Patrick Gentsch dauern an. Inzwischen hat die Zwickauer Staatsanwaltschaft den Fall übernommen. Laut einer Sprecherin entscheidet sich demnächst, ob Anklage erhoben wird. Sollte es zu einem Prozess kommen, werde dieser voraussichtlich am Amtsgericht Hohenstein-Ernstthal stattfinden. Gentsch, der für die rechtsextreme NPD im Meeraner Stadtrat und im Zwickauer Kreistag sitzt, wird vorgeworfen, am 20. Dezember in einer Glauchauer Diskothek eine dunkelhäutige Frau beleidigt und ins Gesicht geschlagen zu haben. Nach Angaben der Glauchauer Polizei gebe es dafür mehrere Augenzeugen. (mehr…)

Polizei ermittelt gegen NPD-Funktionär

NPD Tageszeitung „Freie Presse“ vom 24. Dezember 2014

Kreis- und Stadtrat Patrick Gentsch soll in der Disco einer dunkelhäutigen Frau ins Gesicht geschlagen haben. Danach durfte er weiterfeiern.

Glauchau. Die Partynacht am Samstag in der Glauchauer Disco „Trennwerk“ hat für NPD-Kreischef Patrick Gentsch (Jahrgang 1976) ein Nachspiel. Die Polizei ermittelt gegen den Kreis- und Stadtrat wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Beleidigung. Gentsch soll im alkoholisierten Zustand einer dunkelhäutigen Frau ins Gesicht geschlagen, sie rassistisch beleidigt haben. (mehr…)

Weiterer V-Mann verdächtig

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 27. März 2013

Zwickaus früherer NPD-Chef geriet zuletzt als „Paul Panther“ in die Schlagzeilen. Jetzt taucht sein Name gleich doppelt im Terror-Umfeld auf.

Zwickau – Führertreue bewies Peter Klose nicht nur dadurch, dass er seinen Schäferhund einst „Adolf“ rief. Zum „Führergeburtstag“ zeigte er auch Flagge. Am 20. April ließ er öfter die Reichsflagge aus dem Fenster seiner Zwickauer Wohnung wehen. Als der frühere Zwickauer NPD-Vorsitzende 2007 als nachgerückter NPD-Landtagsabgeordneter sein örtliches Bürgerbüro auch zu jenem „geschichtsträchtigen“ Datum eröffnen wollte, pfiff ihn die eigene Landtagsfraktion zurück. Rhetorisch ungeübt – gelinde gesagt –, bekam er im Landtag sogar Redeverbot, ebenfalls von der eigenen Fraktion. (mehr…)

Wie Nazis das Internet nutzen

Freie Kräfte Tageszeitung „Freie Presse“ vom 17. November 2012

Obwohl der Betreiber des Zwickauer Internetportals »zwigge.de« die Möglichkeiten dazu hätte, lässt er rechte Parolen und rassistische Beleidigungen zu.

Zwickau – Geht es nach den Teilnehmern einer Umfrage im Internetforum zwigge.de, würden bei der nächsten Kommunalwahl 30 Prozent der Sitze im Zwickauer Stadtrat an die NPD gehen. Genau so viele wie momentan die CDU als stärkste Fraktion hat. Die Umfrage hat ein Benutzer mit dem Pseudonym „Carax“ gestartet.
Carax erscheint zunächst nur wie jemand, der interessiert ist an Zwickauer Politik. Aber in seinen Kommentaren offenbart sich schnell, dass er ideologisch ganz weit rechts steht. Die Linke zum Beispiel steht in seiner Umfrage, an der sich 86 Personen beteiligten, gar nicht zur Wahl. Auf Nachfrage eines Nutzers, der seine Stimme gern dieser Partei gegeben hätte, die mit mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft im Stadtrat ist, sagt Carax: „Diese bedeutungslose Randerscheinung fällt in die Sparte Sonstiges.“ Dafür kann man die Sächsische Volkspartei wählen, eine rechtsgerichtete Partei, deren Vorsitzender ein ehemaliges NPD-Mitglied ist. Als am 5. November (mehr…)

Klose plant Comeback

NPD Antifaschistischer Newsflyer „Gamma“ vom Juli 2012

Nachdem Stadtrat Peter Klose die NPD im vergangenen Jahr verlassen hat, wirbt er nun als Vertreter der Kleinstpartei „Sächsische Volkspartei“ in Nazikreisen um neue Mitglieder

Die rechtspopulistische Vereinigung „Pro Sachsen“ tritt in letzter Zeit verstärkt an die Öffentlichkeit, beweist dabei aber nur ihr Ungeschick: So wurde kürzlich auf der „Pro Sachsen“-Website über eine Flugblatt-Verteilung am 12. Mai in Zwickau berichtet. Daran beteiligt war offenbar der ehemalige NPD-Landtagsabgeordnete Mirko Schmidt, der nach seinem „Ausstieg“ 2005 im Folgejahr die „Sächsische Volkspartei“ (SVP) gegründet hat, die heute Teil von „Pro Sachsen“ ist. In Zwickau tauchte an Schmidts Seite ein weiterer ehemaliger NPD-Aktivist auf: Der Kameradschafts-nahe Hitler-Verehrer Peter Klose. (mehr…)

Wir doch nicht!

Zwickauer Zelle Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 25. November 2011

Ausgerechnet Zwickau: Keiner der Mörder kam von hier. Aber die Stadt ist auch nicht unschuldig an ihrem Schicksal. Zwickaus Neonazi-Infrastruktur machte es dem Trio erst möglich abzutauchen

Ginge es nach Peter Klose, dann hätte Gadhafi in Zwickau Asyl erhalten. Es gäbe eine U-Bahn in der Stadt. Und das Leitungswasser wäre weniger braun. Dies sind die Anträge, mit denen Peter Klose, 58, zuletzt als Mitglied des Zwickauer Stadtrates aufgefallen ist. Er ist Ex-Landtagsabgeordneter der NPD, Ex-Mitglied der NPD, überzeugter Rechtsextremist. Man weiß von ihm, dass er seines »Freundes« Hitler an dessen Geburtstag gedenkt, mitunter die Reichsflagge aus dem Fenster hängt und die Hundesteuer für seinen »Adolf« nicht gezahlt hat. Man wusste, dass er eine Schraube locker hat. Man zerriss sich das Maul über diesen Mann. Selbst der NPD war Klose peinlich. Rechtsradikale, die fielen in der Stadt Zwickau bisher vor allem in die Rubrik Bizarres. (mehr…)