Archiv der Kategorie 'NPD'

Zwickau & der Schweizer Nazi

Zwickauer Zelle Schweizer Tageszeitung „Aargauer Zeitung“ vom 27. November 2011

Der 28-jährige Schweizer Neonazi Mario Friso hatte Kontakte zu einigen möglichen Unterstützern der Naziterroristen des »NSU«: Thomas Gerlach, Daniel Peschek, André Kapke und Peter Klose

Mario Friso meldet sich am Mittwoch aus der Zimmerstunde. Es folgen mehrere Telefonate und ein E-Mail-Verkehr mit dem Koch. Friso gibt sich lammfromm. Es sei ihm «unangenehm», im Zusammenhang mit den mindestens zehn Morden der rechten Terror-Zelle genannt zu werden: «Das ist ein krankes Theater. Ich habe die Mörder nicht gekannt.» Er sei lediglich zu einem Vortrag nach Zwickau eingeladen worden, den er «genauso gut auch in Holland oder sonst wo hätte halten können». Friso: «Ich wüsste nicht, weshalb ich die Reise bedauern sollte.» Die Mordserie bezeichnet er als «Tragödie». Seine eigenen Ziele wolle er «nicht mit Gewalt erreichen». Ein ursprünglich vereinbartes Interview lässt er angeblich auf Anraten seines Anwalts platzen. Der ehemalige Pressesprecher der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) ist tiefer in der Thüringer Neonazi-Szene verstrickt, als er zugeben will. Das zeigen weitere Recherchen. (mehr…)

Zwickauer Tarnung schien perfekt

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Neues Deutschland“ vom 6. Dezember 2011

Wo das rechte Mördertrio jahrelang Unterschlupf fand, kann der braune Feldversuch inzwischen als gescheitert gelten. Doch es stellt sich die Frage: Wie braun ist Zwickau?

Rund zehn Jahre lebte das braune Mördertrio unbehelligt im sächsischen Zwickau. So ist häufig auch von der Zwickauer Terrorzelle die Rede. Vor etwa fünf Jahren versuchten vor allem aus Thüringen zugezogene Freie Kräfte tatsächlich, die Stadt in ein rechtsextremes Versuchsfeld zu verwandeln. Ihr Mentor war ein NPD-Parlamentarier. Doch das ging schief. (mehr…)

Die „Soli-Grüße“ des Thomas G.

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 8. Dezember 2011

Einen Kronzeugen-Deal lehnt der Generalbundesanwalt ab. Doch auch wenn die mutmaßliche Terroristin Zschäpe weiter schweigt, liefert sie Spuren. Der Geburtshelfer der Zwickauer Naziszene:

Zwickau/Altenburg – Unter ihrem echten Namen war Beate Zschäpe in Zwickau kaum bekannt. Über Jahre trat sie unter Aliasnamen auf. Im Zwickauer Ortsteil Weißenborn war ihr geläufigster Name „Susann D.“, wobei das D. für den Nachnamen des aus Johanngeorgenstadt stammenden Matthias D. steht. Der 34-Jährige, der in seiner Jugend der rechtsextremen Szene angehörte, war Mieter der Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße, die er dem Terror-Trio untervermietete. (mehr…)

Spurensuche im braunen Dickicht

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 14. November 2011

Das Thema: Verdacht auf rechtsextremes Terror-Netzwerk: Seit einer Woche wird die Republik täglich mit neuen Details über die vermuteten Verbrechen des Zwickauer Terror-Trios konfrontiert. Jetzt fragen sich alle: Gab es Helfer und welche Rolle spielte der Verfassungsschutz?

Zwickau – Peter Klose macht aus seiner Gesinnung selten einen Hehl. Zum Führer-Geburtstag lässt der ehemalige Zwickauer NPD-Chef gern die Reichsflagge aus seinem Fenster an der viel befahrenen Talstraße wehen. 2007 unterstützte er die örtliche Neonazi-Kameradschaft „Nationale Sozialisten“ beim Versuch, die montäglich in der Stadt stattfindende Demo gegen Hartz-IV zu vereinnahmen. Mit zu lockerem Ton handelte sich der Ex-Abgeordnete im Landtag sogar einen Maulkorb der eigenen Fraktion ein. Zuletzt stolperte Klose über einen Chat-Eintrag auf der NPD-Website. In verwechselbarer Ähnlichkeit wurde dort die einstige Losung der SS beschworen. Den Beitrag habe er nicht selbst in Netz gestellt, argumentierte Klose zwar, doch wurde er verurteilt. Zum Hitler-Geburtstag 2011 verließ er die NPD, sitzt jetzt parteilos im Zwickauer Stadtrat. (mehr…)

Zwickauer NPD-Stadtrat schmeißt hin

„Endstation Rechts“ vom 03. Mai 2011

Der ehemalige sächsische Landtagsabgeordnete Peter Klose hat die NPD verlassen. Seinen Rücktritt begründet er damit, dass im NPD-Landesverband zugezogene „Emporkömmlinge“ Ämter an sich reißen würden. In einer letzten Meldung gratuliert er seinem „Freund“ Adolf Hitler zum Geburtstag.

Klose hatte seit Juni 2009 zudem das einzige NPD-Mandat im Zwickauer Stadtrat inne. Da er sich jedoch auch weiterhin „in die politische Diskussion einmischen“ will, werde er das Mandat parteilos weiterführen, kündigt das ehemalige NPD-Mitglied an.

In seiner Austrittsbegründung erwähnt Klose, dass er sich seit 1995 politisch in der NPD engagiert habe und auch Gliederungen mit aufgebaut hätte. Jetzt habe er seine Mitgliedschaft bei der rechtsextremen Partei jedoch beendet, da „eine Clique Karriere- und geldgeiler Emporkömmlinge im Landesverband Sachsen, von denen die meisten nicht einmal aus Sachsen stammen, Ämter“ an sich reißen und so tun würden, „als wäre die Partei ihr Eigentum“ (alle Fehler im Original). Ehemalige Mitglieder seien alle „verprellt und weggeekelt“ worden, die NPD würde dafür vom Wähler ihre Quittung bekommen. (mehr…)

Klose verlässt NPD

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 28. April 2011

Zwickau (fp). Stadtrat Peter Klose hat seinen Austritt aus der NPD erklärt. Dies teilte die Partei mit. Der ehemalige Vorsitzende des Kreisverbandes Zwickau, der zeitweilig als Nachrücker auch ein NPD-Landtagsmandat innehatte, will als Parteiloser weiter im Stadtrat bleiben.

Schäfchen-Zählung lockt auch Wölfe an

Onlineportal der „Freien Presse“ vom 12. Januar 2011

Für den Zensus 2011 müssen im Altkreis Zwickau rund 17.400 Menschen Fragen zu sich beantworten – NPD will dazwischenfunken

Zwickau/Wilkau-Haßlau. Eine so große Datenerhebung wie der Zensus, bei dem bundesweit 7,9 Millionen Menschen befragt werden, erfordert viele Helfer. Rund 200 werden in Zwickau und Umgebung gesucht. Sie sollen ab 9. Mai jene 17.400 Menschen besuchen, die das Statistische Landesamt im Altkreis Zwickau ausgewählt hat, um 46 Fragen zu Familienstand, Herkunft, Ausbildung und Beruf zu beantworten. In der Region wird die groß angelegte Befragung von Zwickau und Wilkau-Haßlau aus koordiniert. In den dortigen Erhebungsstellen werden sich in den kommenden Monaten jeweils vier Mitarbeiter um den Zensus kümmern. (mehr…)

Eine vorläufige Halbjahresbilanz

In eigener Sache – 10. August 2010

Rechte Gewalt: Leichte Entspannung in Zwickau und Faschisierung der Provinz

Nach den vorläufigen Zahlen des sächsischen Innenministeriums zur „politisch motivierten Kriminalität – rechts“ scheint ein leichter Rückgang der Nazi-Aktivitäten im Raum Zwickau im ersten Halbjahr 2010 absehbar. Im Stadtgebiet Zwickau haben sich die Propagandadelikte bei monatlich durchschnittlich zwei eingependelt. Dies dürfte insbesondere mit der Nazi-Kameradschaft „Nationale Sozialisten Zwickau“ zusammenhängen, welche nunmehr weitaus weniger öffentlich in Erscheinung tritt als noch im vergangenen Jahr. Seinerzeit besuchten jene noch die Montagsdemos eines Anti-Hartz4-Bündnisses in der Innenstadt und waren stark in den Wahlkampf der NPD einbezogen. (mehr…)

Gericht verurteilt NPD-Mann Peter Klose zu Geldstrafe

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 05. Juni 2010

Stadtrat macht sich wegen Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen schuldig – Zwickauer muss 450 Euro zahlen

Zwickau. Nach drei zähen Verhandlungstagen hat das Amtsgericht Zwickau gestern den NPD-Stadtrat Peter Klose verurteilt: 450 Euro Geldstrafe muss er zahlen, weil er auf der Internetseite seiner Partei eine Losung eingestellt hat, die einer Parole der Waffen-SS zum Verwechseln ähnlich klingt. Zwar sei es unwahrscheinlich, dass der ehemalige Landtagsabgeordnete den Beitrag selbst verfasst habe. „Der Stil entspricht eher nicht Ihrem Wortschatz“, sagte Richter Jürgen Dietel. Aber eine Untersuchung von Kloses Computer beweist nach Ansicht des Gerichts, dass er derjenige war, der das Ganze im Internet hochgeladen und damit verbreitet hat. (mehr…)

Urteilsspruch im Prozess gegen Peter Klose vertagt

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 29. Mai 2010

Internetauftritt bringt Ex-NPD-Landtagsabgeordneten vor Gericht

Zwickau. Im Prozess am Zwickauer Amtsgerichts gegen den ehemaligen NPD-Landtagsabgeordneten Peter Klose ist am 1. Verhandlungstag noch kein Urteil gefallen. Die Verhandlung wurde unterbrochen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vor. Klose soll auf seiner Internetseite im Zusammenhang mit einem Bericht zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Planitzer Friedhof für die Kriegshelden den Spruch „Unsere Ehre heißt Treue“ verwendet haben. Das klingt aus Sicht der Staatsanwaltschaft zu eindeutig nach dem einstigen Wahlspruch der Waffen-SS. Außerdem hatten Polizeibeamte bei einer Durchsuchung des damaligen Zwickauer Wahlkreisbüros von Peter Klose verbotene Schriften gefunden. „Die waren demnach öffentlich ausgelegt und damit für jeden zugänglich. Das ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz“, sagt Stephan Zantke, Pressesprecher des Amtsgerichts.

Das Verfahren wird am 4. Juni, 9 Uhr fortgesetzt. Das Plädoyer der Verteidigung steht noch aus. Danach soll das Urteil fallen. (HPK)

Quelle:
Freie Presse/ Zwickauer Zeitung/ Montag, 29.05.10/ Seite 13