Archiv der Kategorie 'Termine'

Ausstellung erinnert an NSU-Terror

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 5. November 2015

Demokratie-Bündnis und Petra Zais (Grüne) zeigen die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ bis 19. November in Bürgerbüro.

Genau vier Jahre nach dem Auffliegen des NSU kommt die Erinnerung an die Terrorzelle zurück nach Zwickau. Kuratorin Birgit Mair hat die Ausstellung gestern im Beisein der Grünen-Landtagsabgeordneten Petra Zais in der Hochschulbibliothek eröffnet. Die Wanderausstellung ist dieses Jahr in die Kritik geraten. Denn die TU Chemnitz hat die Ausstellung über den NSU in den Räumen der Universität im Juni abgelehnt. Als Begründung hieß es, dass sie der Universitätsleitung nicht wissenschaftlich genug war. Eine derartige Darstellung ohne fundiertes Konzept wäre „dem Ruf der Universität abträglich“ gewesen, hieß es in einer schriftlichen Erklärung der TU. In Zwickau gab es mit der Westsächsischen Hochschule solche Probleme bisher nicht. Hier wird sie jedoch auch nicht auf dem Gelände der Hochschule bleiben. Noch bis zum 19. November ist sie im Grünen Bürgerbüro an der Inneren Schneeberger Straße zu sehen. (tgo) (mehr…)

Ausstellung im Dom: »Opfer rechter Gewalt seit 1990«

Chronik Mitteilung der Beratungsstelle „RAA Sachsen“ vom 9. September 2013

Sächsische Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt zeigt umfangreiche Ausstellung im Zwickauer Dom. Das lokale Demokratie-Bündnis ist nicht unter den Organisatoren.

Auch die Tagesschau berichtete

Gemeinsam mit Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, eröffnete die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. am Montag in Zwickau die Ausstellung “Opfer rechter Gewalt seit 1990″. Porträtiert werden 169 Menschen, die seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer fielen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild der extremen Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Auch in Zwickau gehört rechte Gewalt zum Alltag, allein 2012 zählte die Opferberatung 16 rechtsmotivierte Gewalttaten in der Region.
Die Ausstellung im Dom kann bis zum 6. Oktober immer von Dienstag bis Samstag zwischen 10:00 und 18:00 Uhr besichtigt werden.

Einen November später

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 18. Oktober 2012

Ein Jahr nach der Explosion des Verstecks der NSU-Terroristen – wie erinnert Zwickau an den Tag?

Zwickau – „Mehr als 100 Helfer sind gestern zu einem Großeinsatz an die Frühlingsstraße ausgerückt. Zwar wurde der Brand schnell gelöscht – doch das Haus ist nicht mehr zu retten.“ So stand es an dieser Stelle am 5. November 2011. Bald stellte sich heraus, dass mehr explodiert ist als nur ein Haus. Und dass der Brand noch lange nicht gelöscht ist. In dem ehemaligen Siedlerheim Weißenborns versteckten sich jahrelang drei rechtsextremistische Terroristen, denen unter anderem zehn Morde vorgeworfen werden. Der Begriff „Zwickauer Terrorzelle“ entstand und ist bis heute fast jeden Tag groß in den Medien. Knapp drei Wochen nach der Explosion folgten fast 2500 Menschen dem „Zwickauer Appell für Demokratie und Toleranz“ und gedachten der Opfer des NSU-Trios. Ein Jahr nach der Explosion will es die Stadt ruhiger angehen. Es wird eine Podiumsdiskussion im Alten Gasometer geben mit dem Titel „Nationalsozialistischer Untergrund“, an der OB Pia Findeiß (SPD), Journalisten und Rechtsextremismusexperten teilnehmen. „Wir wollen das Thema nicht tot schweigen. Wir wollen es aber auch nicht aufbauschen“, sagt Findeiß. (mehr…)

Demokratie & Toleranz

Termin Tageszeitung „Freie Presse“ vom 16. April 2012

Bereits zum 10. Mal finden ab heute im Landkreis die Tage der Demokratie und Toleranz statt. 41 Veranstaltungen stehen unter dem Motto »Respekt!« und geben Denkanstöße und Gesprächsstoff.

Zwickau – „Respekt!“ – so lautet das Motto der diesjährigen Tage der Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region, die ab heute und bis zum bis 27. April im Landkreis Zwickau stattfinden: Die Veranstaltungsreihe, die vom ansässigen Bündnis für Demokratie und Toleranz organisiert wird, erlebt dieses Jahr ihre zehnte Auflage. Mit dem zentralen Motto „Respekt!“ wurde ein Thema gewählt, das den Bündnismitgliedern und Partnern inhaltlich viel Platz für eigene Interpretation lässt. Wie vielschichtig das Thema ausgelegt werden kann, machen die 41 unterschiedlichen Veranstaltungen im Landkreis deutlich. So zeigt das Fan-Projekt Zwickau in seinen Räumen, Äußere Plauensche Straße 18 am Donnerstag ab 17 Uhr den Film „Tom meets Zizou – Kein Sommermärchen“. Das Werk thematisiert den Umgang mit unterschiedlichen Moral- und Wertvorstellungen im Profifußball und geht der Frage nach, was Respekt vor „dem Anderen“ bedeutet. (mehr…)

Abend für Toleranz

Termin Tageszeitung „Freie Presse“ vom 8. März 2012

Ein Musikalisch-literarischer Themenabend mit dem Titel »If The Kids Are United Against Racism« will am Samstag im Freizeitzentrum Marienthal für Toleranz werben

Zwickau. Der Handzettel, der gegenwärtig in zahlreichen Jugendeinrichtungen der Stadt ausliegt, ist beidseitig in babyblau gehalten und sieht aus, als wäre er schon mal eingesteckt und wieder weggelegt worden. Das aber ist Teil des Gestaltungsprinzips. „If The Kids Are United Against Racism“, steht als Banner auf der einen Seite. Auf Deutsch: „Wenn Kinder/Jugendliche vereint gegen Rassismus stehen“. Was dann? – Das lässt das Flugblatt offen. Wie dem auch sei: Der englischsprachige Halbsatz ist Titel eines musikalisch-kulturellen Themenabends, der am Samstag ab 20 Uhr im Freizeitzentrum Marienthal (FZZ) steigt. Eines Abends, der in mehrerlei Hinsicht eine Premiere darstellt. Denn vereint agieren hier auch Organisationen, die das bisher in dieser Form nicht getan haben: Die Stadt Zwickau als Träger des FZZ gemeinsam mit dem Verein „Roter Baum“ und dem Deutschen Gewerkschaftsbund Südwestsachsen. (mehr…)

Tote Juden gut integriert

Termin Tageszeitung „Freie Presse“ vom 17. Januar 2012

Unlängst stellte Henryk M. Broder fest: „Die toten Juden sind in Deutschland gut integriert, nur bei den Lebenden hapert es.“ Am Freitag wird ein Buch über den Jüdischen Friedhof in Zwickau vorgestellt.

Die Öffentlichkeit war schockiert: Als unbekannte Rechtsradikale in der Nacht zum 21. April 2003 den jüdischen Friedhof an der Thurmer Straße heimsuchten, ließen sie fast keinen Stein auf dem andern. Von 64 Grabmalen beschädigten oder zerstörten sie 54, der Schaden wurde seinerzeit auf rund 35.000 Euro beziffert – er summierte sich am Ende auf rund 50.000 Euro und war im September 2003 beseitigt. Als Reaktion auf die Grabschändung hatte seinerzeit die Zwickauer Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit eine Spendenaktion gestartet. Ziel: Geld zu sammeln, um den aktuellen Zustand des Friedhofes zu dokumentieren. Schnell weitete sich die Idee aus – dahingehend, die gesamte Geschichte dieser letzten Ruhestätte von Zwickauer Juden in Buchform zu veröffentlichen. (mehr…)

Angriff von Rechtsaußen

Termin Buchlesung am Freitagabend im Fanprojekt: Wie Neonazis den Fußball missbrauchen

„Fußball kann durch sein Regelwerk mit Befehl, Gehorsam und Strafe Ideologien der Ungleichwertigkeit wie Identitätsdenken, Nationalismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus verstärken.“

Wer sich in der Republik umhört, unter Funktionären, Schiedsrichtern, Trainern, der hört die immer gleichen Antworten: „So etwas gibt es bei uns nicht.“ „Bei uns ist es zuletzt ruhig geblieben.“ „Wir haben zwar Glatzen im Stadion, aber die lassen die Politik draußen.“ „Die Anfeindungen gegen schwarze Spieler sind stark zurückgegangen.“ Noch immer dominiert die Wahrnehmung: Rechtsextremismus könne nur gefährlich sein, wenn es zu Rassismus auf den Rängen kommt, wenn Spieler antisemitisch geschmäht werden, wenn die NPD vor dem Stadion ihre Wahlprogramme verteilt. (mehr…)

Zwickauer Demokraten planen eine Demo

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 18. November 2011

Gewerkschaft und Stadt möchten das Schweigen über den rechten Terror brechen: Zwickau. Der Schock sitzt tief. Zwickau steht auf einmal im Mittelpunkt des medialen Interesses, aber von Robert Schumann, August Horch oder Max Pechstein ist nicht die Rede. Statt dessen von Beate Zschäpe – Wahlzwickauerin und Terroristin, wie man jetzt weiß.

Der Schock sitzt tief. Auch bei denen, die sich von Berufs wegen ständig in der Öffentlichkeit präsentieren. Erst zehn Tage nach der Hausexplosion drückte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) ihre Bestürzung über das Geschehene aus. Am Freitag nun gaben Findeiß und Sabine Zimmermann, Regionsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, bekannt, dass sie einen Zwickauer Appell für Demokratie und Toleranz planen. Eine Demonstration gegen die Sprachlosigkeit. (mehr…)

Von guten Menschen und schlechten Zuständen

Veranstaltungreihe des Bildungskollektiv Chemnitz

Vom Oktober bis Dezember 2010 findet im Mediencafe M54 des AJZ Chemnitz die Veranstaltungreihe „Is‘ schon schlimm. Von guten Menschen und schlechten Zuständen“ statt. Hier der Überblick:

Mittwoch 06. Oktober | 19.00 Uhr
Jeder Mensch ist illegal – Zur Kritik des Menschenrechts
Vortrag und Diskussion mit Martin Dornis (BgA Leipzig)

Mittwoch 27. Oktober | 19.00 Uhr
Rassismus und Islamkritik
Vortrag und Diskussion mit Fathiyeh Naghibzadeh (Stop the Bomb)

Sonntag 28. November | 19.00 Uhr
Linker Antisemitismus/Antizionismus
Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum)

Mittwoch 01. Dezember | 19.00 Uhr
Die Wandelbarkeit der Halluzination
Vortrag und Diskussion mit Ernst Lohoff (krisis)

Dienstag 07. Dezember | 19.00 Uhr
Die zivilisierte Barbarei
Vortrag und Diskussion mit Micha Böhme (Cee Ieh Leipzig)

Donnerstag 16. Dezember | 19.00 Uhr
Vom Altern der antideutschen Kritik
Vortrag und Diskussion mit Clemens Nachtmann (Bahamas)

Mehr Infos unter: bildungskollektiv.blogsport.de!

Filmmarathon erinnert an Holocaust

Tageszeitung „Freie Presse“ vom 13. April 2010

Am Donnerstag beginnen die Tage der Demokratie und Toleranz – Aufführung einer außergewöhnlichen Dokumentation

Von Claudia Drescher

Zwickau.Zehn Tage lang werden die Begriffe Demokratie und Toleranz mit Leben erfüllt – Vereine, Parteien, Gewerkschaften, Theaterleute und Einzelpersonen wollen ab Donnerstag in Filmen, Stücken, Vorträgen, Diskussionen und Ausstellungen ein Zeichen setzen gegen Ausgrenzung. Wie schon in den Vorjahren wird der Kampf gegen Rechts und die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit eine zentrale Rolle spielen. Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss der Demokratie-Tage ist ein Filmmarathon der besonderen Art. In dem über neunstündigen Film „Shoah“ hat sich der französische Regisseur Claude Lanzmann mit dem Holocaust auseinandergesetzt. (mehr…)