Archiv der Kategorie 'Zwickauer Zelle'

Deckname „Primus“

Zwickauer Zelle Nachrichtenportal „Spiegel Online“ vom 28. Januar 2013

Nach Informationen des SPIEGEL führte der Verfassungsschutz einen weiteren V-Mann im Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrund“: die Szenegröße Ralf „Manole“ Marschner aus Zwickau

Peter K.* ist nicht unbedingt ein Mann eindeutiger Loyalitäten. So prangen etwa auf dem Heck seines Kleinwagens italienischer Herkunft noch immer fast ein Dutzend Aufkleber, die den Behörden zufolge auf eine dumpfdeutsche Gesinnung schließen lassen. In der Vergangenheit verkaufte der heute 41-Jährige den Neonazis im sächsischen Zwickau Bomberjacken und Springerstiefel, während er zugleich dem Verfassungsschutz Berichte aus der Szene lieferte. (mehr…)

Kritik an Aufarbeitungspolitik

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 12. November 2012

Gedenk-Demo belebt erneut Debatte zu Mahnmal. 150 Teilnehmer erinnern an Opfer der Terrorzelle.

Zwickau – Rund 150 Demonstrierende haben in der Zwickauer Innenstadt am Samstagnachmittag auf einen Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hin der Opfer der über mehrere Jahre hinweg in Zwickau ansässigen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ gedacht. Bei leichtem Nieselregen war der Zug gegen 13 Uhr vom Georgenplatz aufgebrochen, um zunächst am Platz der Völkerfreundschaft zu zwei Redebeiträgen innezuhalten und schließlich auf dem Zwickauer Hauptmarkt eine Schweigeminute einzulegen. (mehr…)

Lichterketten? Scheiß drauf.

Antifa Stellungnahme der Antifa-Gruppen „AGV“ und „AAH“ vom 7. November 2012

Für eine offensive Auseinandersetzung mit dem rassistischen Terror des NSU!

Wir schreiben den November 2012. Ein Jahr ist nun vergangen, seit sich Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Eisenach die Kugel gaben und Beate Zschäpe in Zwickau das gemeinsame Versteck der drei Abgetauchten in die Luft sprengte. Nur kurze Zeit musste verstreichen, bis es klar wurde, dass es sich bei Mundlos und Co. um drei vor längerer Zeit abgetauchte Nazis handelte, die eine ganze Reihe von Morden an Migrant_Innen in Deutschland verübt hatten. Die Medien, die Bürger_Innen, die Politik, alle waren sie zutiefst erschüttert: eine rassistische Mordserie? Noch dazu in Deutschland? Wie konnte das geschehen? (mehr…)

Einen November später

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Freie Presse“ vom 18. Oktober 2012

Ein Jahr nach der Explosion des Verstecks der NSU-Terroristen – wie erinnert Zwickau an den Tag?

Zwickau – „Mehr als 100 Helfer sind gestern zu einem Großeinsatz an die Frühlingsstraße ausgerückt. Zwar wurde der Brand schnell gelöscht – doch das Haus ist nicht mehr zu retten.“ So stand es an dieser Stelle am 5. November 2011. Bald stellte sich heraus, dass mehr explodiert ist als nur ein Haus. Und dass der Brand noch lange nicht gelöscht ist. In dem ehemaligen Siedlerheim Weißenborns versteckten sich jahrelang drei rechtsextremistische Terroristen, denen unter anderem zehn Morde vorgeworfen werden. Der Begriff „Zwickauer Terrorzelle“ entstand und ist bis heute fast jeden Tag groß in den Medien. Knapp drei Wochen nach der Explosion folgten fast 2500 Menschen dem „Zwickauer Appell für Demokratie und Toleranz“ und gedachten der Opfer des NSU-Trios. Ein Jahr nach der Explosion will es die Stadt ruhiger angehen. Es wird eine Podiumsdiskussion im Alten Gasometer geben mit dem Titel „Nationalsozialistischer Untergrund“, an der OB Pia Findeiß (SPD), Journalisten und Rechtsextremismusexperten teilnehmen. „Wir wollen das Thema nicht tot schweigen. Wir wollen es aber auch nicht aufbauschen“, sagt Findeiß. (mehr…)

Wir doch nicht!

Zwickauer Zelle Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 25. November 2011

Ausgerechnet Zwickau: Keiner der Mörder kam von hier. Aber die Stadt ist auch nicht unschuldig an ihrem Schicksal. Zwickaus Neonazi-Infrastruktur machte es dem Trio erst möglich abzutauchen

Ginge es nach Peter Klose, dann hätte Gadhafi in Zwickau Asyl erhalten. Es gäbe eine U-Bahn in der Stadt. Und das Leitungswasser wäre weniger braun. Dies sind die Anträge, mit denen Peter Klose, 58, zuletzt als Mitglied des Zwickauer Stadtrates aufgefallen ist. Er ist Ex-Landtagsabgeordneter der NPD, Ex-Mitglied der NPD, überzeugter Rechtsextremist. Man weiß von ihm, dass er seines »Freundes« Hitler an dessen Geburtstag gedenkt, mitunter die Reichsflagge aus dem Fenster hängt und die Hundesteuer für seinen »Adolf« nicht gezahlt hat. Man wusste, dass er eine Schraube locker hat. Man zerriss sich das Maul über diesen Mann. Selbst der NPD war Klose peinlich. Rechtsradikale, die fielen in der Stadt Zwickau bisher vor allem in die Rubrik Bizarres. (mehr…)

Hilfe von der Hassfamilie

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Süddeutsche Zeitung“ vom 13. Februar 2012

Es gibt Hinweise, die den Verdacht erhärten, dass die Terroristen des »Nationalsozialistischen Untergrund« finanziell von der Kameradschaft »Nationale Sozialisten Zwickau« unterstützt wurden.

Immer donnerstags kamen sie zu Besuch: Der 32 Jahre alte André E. und seine Familie waren enge Vertraute des Zwickauer Terrortrios. Jetzt bekommen die Ermittler über E. immer mehr Einblick in die Gespenster-Welt der braunen Zelle. Auf einem Computer fanden sich Bilder von Opfern der NSU-Mörder und im Ordner „bildermix“ Fotos von Gerhard Schröder – mit Judenstern. Fast zeitgleich, genau um 6:29 Uhr und um 6:30 Uhr, suchten am Morgen des 24. November in Zwickau und im brandenburgischen Mühlenfließ Beamte der GSG 9 und ein Großaufgebot von 26 Polizeibeamten zwei Wohnungen der Familie E. heim. Die Sprengstoffspürhunde „Taro“ und „Muck“ waren im Einsatz, an beiden Orten waren Spezialisten für Netzwerkforensik dabei. (mehr…)

Zwickau & der Schweizer Nazi

Zwickauer Zelle Schweizer Tageszeitung „Aargauer Zeitung“ vom 27. November 2011

Der 28-jährige Schweizer Neonazi Mario Friso hatte Kontakte zu einigen möglichen Unterstützern der Naziterroristen des »NSU«: Thomas Gerlach, Daniel Peschek, André Kapke und Peter Klose

Mario Friso meldet sich am Mittwoch aus der Zimmerstunde. Es folgen mehrere Telefonate und ein E-Mail-Verkehr mit dem Koch. Friso gibt sich lammfromm. Es sei ihm «unangenehm», im Zusammenhang mit den mindestens zehn Morden der rechten Terror-Zelle genannt zu werden: «Das ist ein krankes Theater. Ich habe die Mörder nicht gekannt.» Er sei lediglich zu einem Vortrag nach Zwickau eingeladen worden, den er «genauso gut auch in Holland oder sonst wo hätte halten können». Friso: «Ich wüsste nicht, weshalb ich die Reise bedauern sollte.» Die Mordserie bezeichnet er als «Tragödie». Seine eigenen Ziele wolle er «nicht mit Gewalt erreichen». Ein ursprünglich vereinbartes Interview lässt er angeblich auf Anraten seines Anwalts platzen. Der ehemalige Pressesprecher der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) ist tiefer in der Thüringer Neonazi-Szene verstrickt, als er zugeben will. Das zeigen weitere Recherchen. (mehr…)

Zwickauer Hooligans in Weimar

Fußball Tageszeitung „Thüringer Allgemeine“ vom 23. Januar 2012

Beim Testspiel des SC 03 Weimar gegen den FSV Zwickau rückten 18 rechtsextreme Hooligans aus Zwickau an. Die „Schedewitzer Jungs“ sympathisieren offen mit der „Zwickauer Terrorzelle“.

Weimar. Zum heimischen Testspiel des SC 03 Weimar gegen den FSV Zwickau rückten am Samstag 18 rechtsextreme Hooligans aus Zwickau an. Die sich selbst so nennenden „Schedewitzer Jungs“ sind offene Sympathisanten des sogenannten nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), also der „Zwickauer Terrorzelle“. Laut Polizei stand auf dem Ausflugsprogramm der sächsichen Männer auch ein Besuch der Gedenkstätte Buchenwald. Die Polizei legte den ungebetenen Gästen aber erfolgreich nahe, es auf den Versuch eines Auftritts auf dem Gedenkstättengelände erst gar nicht ankommen zu lassen. So hatten die Zwickauer die Beamten während ihres gesamten Weimar-Aufenthaltes an den Fersen: beim Mittagessen, bei der Taxifahrt zum Lindenberg, beim Spiel und während ihres geordneten Rückzugs. (mehr…)

Zwickauer Tarnung schien perfekt

Zwickauer Zelle Tageszeitung „Neues Deutschland“ vom 6. Dezember 2011

Wo das rechte Mördertrio jahrelang Unterschlupf fand, kann der braune Feldversuch inzwischen als gescheitert gelten. Doch es stellt sich die Frage: Wie braun ist Zwickau?

Rund zehn Jahre lebte das braune Mördertrio unbehelligt im sächsischen Zwickau. So ist häufig auch von der Zwickauer Terrorzelle die Rede. Vor etwa fünf Jahren versuchten vor allem aus Thüringen zugezogene Freie Kräfte tatsächlich, die Stadt in ein rechtsextremes Versuchsfeld zu verwandeln. Ihr Mentor war ein NPD-Parlamentarier. Doch das ging schief. (mehr…)

Der »Nationalsozialistische Untergrund«

Zwickauer Zelle Zeitschrift „Antifaschistisches Infoblatt“ in der Ausgabe #93 – Winter 2011

Es klang wie das Ende einer Geschichte als am 4. November 2011 zwei Männer im thüringischen Eisenach tot in einem brennenden Wohnmobil aufgefunden wurden.

Doch was die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden und die Recherchen von Journalist_innen innerhalb weniger Tage zum Vorschein brachten, machte schnell deutlich: Der Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos wird in die Geschichtsbücher eingehen, denn, so weiß man heute, er markiert einen traurigen Höhepunkt neonazistischen Terrors in Deutschland und das Versagen der Sicherheitsorgane. (mehr…)